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Mittwoch, 19. Dezember 2012

Krishna Krishna

In Ergänzung zum vermaledeiten und nicht stattgefundenen Hormonyoga (s. Eintrag Shanti Shanti) war ich gerade bei einer Homöopathin, um mich beraten zu lassen, wie ich die Einnistung vielleicht auch auf diesem Wege unterstützen kann. Nach einer Stunde Warterei in einem Zimmer mit St Leonhard- Wasser (die Vollmondabfüllung) und 3 anderen "Kunden" (die eine strickend, die andere in wollenen Gewändern, der andere mit Pudelmütze und Hängegewand) wurde ich in das doch recht große Arztzimmer gebeten. Eine Kerze brannte. Ein Kopf wurde mütterlich zur Seite geneigt. "Wie kann ich Ihnen helfen". Nun gut. Ich also unsere KiWu- Geschichte erzählt: Pille abgesetzt 2009, seither Zyklusmonitoring, 3x Insemination, 3x IVF, 1x Kryo, einmal schwanger, einmal Abbruch, keine Diagnose, nur Hashimoto. "Sie erzählen das so runter, was mir da fehlt sind die Gefühle". "Ich kenne Sie nicht (innerlich: SIE PISSNELKE) und würde mich wundern, wenn Ihnen andere Patienten bei ihrem ersten Gespräch sofort ihre Gefühle offenbaren, abgesehen davon war es natürlich eine schlimme Zeit, aber ich habe das Gefühl, dass ich diese Dinge mit meinem Mann und meiner Familie besprechen kann (innerlich: UND SICHERLICH NICHT MIT IHNEN) und ich nach vorn sehen will". Daraufhin wurde ich aufgeklärt, dass sie für eine homöopathische Behandlung auch nicht unbedingt meine inneren Konflikte kennen müsse (innerlich: WARUM PSYCHST DU MICH DANN SO PLATT VON DER SEITE AN). Sie arbeite mit energetischen Mitteln (da haben wir es schon wieder, s. Eintrag Shanti Shanti), würde mir aber nach einer eingehenden Anamnese auch Tropfen empfehlen können (whs. Bachblütenextrakt, bei Vollmond von kleinen glücklichen Elfen gepflückt). Die eingehende Anamnese bestand darin, nach Erkrankungen meiner Familie zu fragen (meine Eltern hatten beide Krebs, haben es aber gut überstanden), ob ich lieber Kälte oder Wärme mag, ob ich ehrgeizig bin, ob ich Scham kenne, ob ich Gefühle rauslassen kann, ob ich mißtrauisch bin (da hab ich nur gegrinst, sie allerdings auch), ob ich Selbstvertrauen habe etc.pp. Dann mußte ich noch meine Zunge rausstrecken, an der sie dann abgelesen hat, dass ich Hashimoto habe (ach was!!) und schon Kummer im Leben (ach was!!). Es sei schon ganz erstaunlich, was man so alles an der Zunge ablesen könne, da hätte sie schon so manchen Patienten mit überrascht (innerlich: VERKAUFEN SIE MICH DOCH NICHT FÜR BLÖD!!!) Sie hätte den Eindruck, ich sei sehr beherrscht und streng mit mir, würde aber viel Kummer mit mir herum tragen und hätte kein "innerliches Nest" (dazugedachter Zusatz: in dem sich ein Kind breitmachen kann). Ein Nest im Sinne von, dass ich "mütterlicher" mit mir umgehen solle. Woraufhin ich noch grelliger wurde als ohnehin schon (sowas zielt doch nur wieder darauf ab dass "der Bauch bereit sein muß", nach dem Motto: nur die verklemmte Psyche hat eine Schwangerschaft bisher verhindert und wenn Sie sich mal so richtig gehen lassen würden dann ja dann klappt es auch). Daraufhin meinte ich, das Gefühl hätte ich nun mal gar nicht, innerhalb meiner Beziehung, meiner Familie und meinen Freunden hätte ich sehr wohl ein "Nest" und meine eigenen Bedürfnisse würde ich sehr wohl zu befriedigen wissen. Daraufhin wollte sie mir doch tatsächlich weismachen, dass Hashimoto als Autoimmunerkrankung Ausdruck unverarbeiteten Kummers sei, der sich gegen einen selbst richte und dass die Einnahme von Cortison sehr SEHR teuflisch sei. Ich solle alles absetzen und zurückfinden zum "Natürlichen" und dann klappe es auch mit der Schwangerschaft. Soviel Laienpsycho-Kacke hab ich selten gehört. 
Und trotzdem geht mir sowas nach, und der Gedanke "selbst schuld", den ich ohnehin dauernd habe, ist nun wieder näher gerückt.
Danke, Pißnelke.

Nachtrag: gerade hat Pißnelke angerufen und mir das Präparat empfohlen, was ich einnehmen soll: Natriumchloratum LM3. Bin mal gespannt, was ich bei google dazu finde. Und den Oberknaller schiebt sie am Schluss noch ein: sie hätte nochmal über das Cortison nachgedacht, ob ich schon mal darüber nachgedacht hätte, dass das Kind ja "nicht gesund" gewesen sei und ob es nicht auch am Cortison gelegen haben könnte? UND DIE KUH WILL AUCH THERAPEUTIN SEIN???? Sorry, da hakt es leider komplett bei mir aus. Während der Schwangerschaft habe ich zum Glück sowohl bei embryotox als auch reprotox nachgefragt und die einhellige Antwort bekommen, dass eine Prednisolondosis von 15mg dem Kind NICHT schadet. Und das sagen Experten! Und keine Pulswärmer-Tussis!! Abgesehen davon habe ich es nach pos. Test bereits wieder auf 10mg runtergefahren und dann immer weiter runter, nachdem der Herzschlag zu sehen war. Der Endokrinologe hat mir damals sogar empfohlen, 5mg über die gesamte Schwangerschaft beizubehalten. Aber natürlich war ich damals verunsichert, Cortison zu nehmen, darum muss die blöde Kuh jetzt nicht auch noch in der Wunde herumstochern. Die Kuh und Fr. Reichel-Fentz sollten sich doch mal an einem runden Tisch zusammensetzen. Wäre bestimmt witzig.

Samstag, 24. November 2012

Shanti Shanti

"Ich werde Ihre Frage auspendeln und dann verraten mir Ihre Zellen, was gut für Sie ist". Fassungloser Blick meinerseits. "Äh, nein, das ist nicht ganz so meine Methode". "ALSO DANN KANN ICH IHNEN AUCH NICHT WEITERHELFEN" (wütendes Tremolo in der Stimme). Und die Kerze am Boden weht im Wind, während mich 3 andere Augenpaare milde und verständnisvoll anlächeln.
Ich komme gerade vom Hormonyoga. Nach dem Negativ vom letzten Mal dachte ich, es sei vielleicht eine ganz gute Idee, neben Tees, Akupunktur, Homöopathie etc.etc.etc. auch mal sowas auszuprobieren. Und ich muß sagen, ich hätte die Übungen WIRKLICH gern gelernt. Trotzdem bin ich verunsichert, da nun mal gestern erst Transfer war und ich mich danach sofort, als hätte jemand einen Schalter umgelegt, wie ein rohes Ei fühle. Da ich dieses Hormonyoga aber nicht kenne wollte ich mich heute morgen vor Beginn des Kurses unter 4 Augen beraten lassen, ob das nur so leichtes Stretching mit Entspannung ist oder ein ausuferndes Verrenken. Genau 3 andere und die Kursleiterin waren da, die anderen 3 so um die 50 und mittelgrau, die Kursleiterin eine Eso-Tante mit Wallehaar und geklöppelten Pulswärmern, in der Mitte des Raumes eine - natürlich - indische Decke, Duftstäbchen und Kerzlein. Schon in diesem Moment war meine Entscheidung, die Biege zu machen, eigentlich klar. Aber trotzdem hab ich der Kursleiterin kurz gesagt, wie der Stand der Dinge ist, mit leiser Stimme, damit mein Problem nicht durch den ganzen Raum schallt. Ihre Reaktion: sie wendet sich von mir ab und spricht sonorig und pastoral zum ganzen Raum, damit auch die Maus hinter der Wand ganz genau mitbekommt, dass da Emma steht, die ein Problem hat. Mann mann mann. Jedenfalls meinte sie dann, das sei eine heikle Frage, die sie eben gern auspendeln würde. Nach meiner Antwort, dass das nicht meine Methode sei und ich mich eigentlich eher kurz beraten lassen wollte, inwiefern die Übungen anstrengend sind oder mit Dehnungen und Quetschungen des Beckenbereichs zu tun haben hat sie nichts Verwertbares zurückgebrüllt sondern nur schnippisch gemeint, also dann könne sie mir nicht weiterhelfen, das sei nun mal IHRE Methode und sie arbeite schon LANG damit und überhaupt sei das ganz ganz toll und ich hätte mich ja eh schon entschieden, nicht mitzumachen, zickezackeHühnerkacke. Daraufhin meinte ich, im Laufe unseres Gespräches hätte ich mich tatsächlich entschieden, nicht teilzunehmen, dankeschön, auf Wiedersehen. Und bin gegangen.
Jetzt steh ich hier, so ganz ohne Hormonyoga. Vielleicht hätte es was genützt. Vielleicht aber auch nicht. Stattdessen werde ich mit P. einen langen Spaziergang machen und nach meiner Yoga-DVD turnen.
Ommm!