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Donnerstag, 23. Mai 2013

Frust abzugeben, gern im Tausch

Grmpf. Das Wetter schlägt mir so langsam aufs Gemüt. Das ohnehin schon matschig ist von dem ganzen Unbill, der hinter uns liegt. Mögt Ihr auch so gern Wörter, die uralt und doch so schön sind? Unbill, darob, hanebüchen. Das ist ja mein absoluter Favorit. Hanebüchen. Klingt einfach toll. Hanebüchen ist übrigens, daß mir weiterhin keiner eine genaue Auskunft erteilen kann, ob es nun eine Blasenmole war oder nicht (ßHCG war am Mittwoch bei 5, also von wegen langsamer Abfall, das ist völlig normal!). Meine laienhafte Meinung dazu mittlerweile: schiebt Euch doch diese blöde Geschichte sonstwohin. Trotzdem will meine KiWu-Tant nun eine ICSI statt IVF. Obwohl P. und ich nix, aber auch gar nix haben, weder verklebte Eierstöcke (v.a. P. so ganz und gar nicht) noch fehlende Eisprünge noch ein schlechtes Spermiogramm. Ist doch völlig irre, mit Kanonen rumzuballern, wenn man nicht mal den Feind richtig sieht!
Hanebüchen ist auch, daß ich mich trotz Psychostress entschieden habe, diese blöde Prüfung, die noch ansteht, zu machen. Es fällt mir wahnsinnig schwer, mich zu konzentrieren, und den ganzen Schmus zu behalten fällt mir noch schwerer. Aber zum einen lenkt es ab und zum anderen kann ich den Puff, in dem ich jetzt arbeite, dann endlich mit einem guten Gefühl hinter mir lassen. Richtig richtig peinlich wäre es natürlich, die Prüfung nicht zu bestehen. Das bekommt mein Chef sicherlich mit und das wäre richtig richtig fürchterlich. Mag ich gar nicht dran denken.
Da ich es gerade so schlecht aushalte im Job habe ich mich vorsorglich schon mal woanders (aber in der Nähe) beworben. Und prompt ein Vorstellungsgespräch bekommen. Eigentlich macht es wenig Sinn, da P. sich ja bereits bewirbt und wir aus dem Pupskaff ja weg wollen, in dem wir momentan wohnen. Andererseits ist diese Warterei, bis sich etwas ergibt, unerträglich für mich und wird zunehmend unerträglicher. Und da ich ja nun nicht mehr schwanger bin kann mich auch keiner in der Probezeit rauskicken ohne triftigen Grund.
Na mal sehen. Momentan bin ich wirklich am Ende dessen, was ich emotional leisten kann. Am liebsten wäre mir ein Job, in dem ich in Ruhe vor mich hin brasseln kann. Kleines Team, nette Atmosphäre, überschaubare Arbeitszeiten. Zeit für einen Tee zwischendurch. Nicht ein Tag, der durchgetaktet ist, in dem ich weder Zeit habe, was zu essen noch was zu trinken, in dem ich von vornherein weiß, daß ich Überstunden machen muß, um alles, was mit Dokumentation zu tun hat, zu erledigen, weil zwischen den Terminen einfach keine Zeit dafür da ist, in dem ich in meinem Zimmer  hocke und einen Kunden nach dem nächsten abarbeite, ohne Kontakt zu den Kollegen. Weil auch die in ihren Zimmerchen hocken und den Tag durchhecheln.
Geht einfach nicht. Nicht mehr.

Dienstag, 14. Mai 2013

Ein bißchen nicht schwanger.

Mann, war ich nervös vor dem Kontrolltermin heute morgen. So ganz entspannt bin ich im Nachhinein immer noch nicht, aber ein bißchen beruhigter schon. Erstmal zum Ultraschall: es ist eine schöne Linie zu sehen, die am Ende etwas ausgefranst aussieht. Nach Meinung der KiWu-Ärztin sei die Schleimhaut dort "noch etwas rauh". Sie sei bei der letzten OP dabei gewesen und hätte "mitgeschaut". Und der Rest sei halt wohl sehr fest noch dringesteckt in seinem Tubenwinkel, sodass man schon etwas fester hätte kratzen müssen. Eklig. Sei aber nicht schlimm. Wieso guckt die Kuh dann immer so immens besorgt?? Mann, wenn ich die nicht ein wenig kennen würde und wissen würde, daß die immer so guckt, würde ich mir jetzt wieder einen Wahn-sinns-kopf machen. Harhar. Ich hoffe, die Ironie kommt rüber... ;0)
Der histologische Befund hat nix Spezifisches ergeben, somit bleibt die Blasenmole fraglich und ein Rätsel.
Und der ßHCG ist bei 16. Da war ich erstmal sehr unbefriedigt, weil ich mir eine Null erhofft hatte, andererseits habe ich bei den Werten vom letzten Jahr nochmal nachgeschaut, und die waren ähnlich.
Was bleibt jetzt noch zu tun?
Nix.
Der Wert wird nächste Woche nochmal kontrolliert und dann sehen wir weiter. So oder so sollen wir noch einen Zyklus abwarten, bis diese Endometriumsverletzung im Vorzyklus zur IVF gemacht wird.   Jetzt haben P. und ich lang hin und her überlegt und sind zu dem Schluß gekommen, daß wir dabei bleiben, im Juni Urlaub zu machen. Das bedeutet zwar, daß wir einen Zyklus länger warten (bis zum Vorzyklus), aber die Alternative, nun gar nicht wegzufahren, ist auch daneben. Wir haben beide das Gefühl, daß uns ein Tapetenwechsel gut tun wird. Und nichts hindert uns daran, es bis dahin ohne Hormone zu versuchen...

Freitag, 10. Mai 2013

Die Welt ist eine google...

...und das ist echt anstrengend. Ich will eigentlich überhaupt gar nicht googlen, und trotzdem kann ich es nicht lassen. Es sind immer dieselben Themen, die gegooglet werden, und meistens komme ich ohnehin zum Schluß, daß das, was für andere zutreffend war, nicht unbedingt auch auf mich zutreffen muß. Ich suche nach einem Handlungs- und Behandlungsplan, nach einer Seite, auf der steht: "Hallo, liebe Emma (auf diese Anrede würde ich Wert legen), genau so musst Du es machen. Alle anderen Alternativen sind völliger Quatsch und total sinnlos und reine Zeitverschwendung."
Und schon würde Klarheit herrschen und man könnte seine Zeit mit anderen Dingen füllen. Was ich z.B. gerade zum 100.000sten Mal gegooglet habe ist die Frage, ob man bei "Hashimoto und sonst nix" auch in den Übungszyklen ohne IVF/ICSI Prednisolon nehmen sollte. Und wenn ja, in welcher Dosis und auch wirklich über Monate hinweg, bis es denn wieder geklappt hat? Eine unter Euch hatte doch mal kommentiert, daß ihr das so empfohlen wurde, bzw. daß sie es so gemacht hat, allerdings wurde sie recht zügig schwanger, sodass ich nicht weiß, wie die Empfehlung wäre, wenn es nun über Monate nicht geklappt hätte? Mal 4 Wochen ja und mal 4 Wochen nein finde ich irgendwie so willenlos. Nachdem ich in allen Kryo- und IVF- Zyklen bis 15 mg Predni eingenommen habe, habe ich durchaus Nebenwirkungen, Speck am Bauch, wo vorher keiner war, und ein runderes Gesicht. Ist nicht tragisch und nehme ich gern in Kauf, wenn ich eben wüsste, daß das der richtige Weg ist. Ich vermute mal, daß wir nach der letzten Ausschabung nicht wie geplant und erhofft sofort weitermachen können, ich rechne mit 3 Zyklen Pause. Da wir ohnehin im Juni in den Urlaub wollen, wäre das schade mit der Warterei aber ok. Und tief in mir drin hoffe ich ja immer noch, daß es vielleicht doch mal auf natürlichem Wege klappt. Dagegen spricht eigentlich nichts, weder bei mir noch bei P. Außer der vermaledeiten Schilddrüse. Insofern wäre es doch grandios, wenn wir die 3 Monate nutzen, um es nochmal so zu probieren. Aber so ganz ohne Optimiererei kann ich wohl irgendwie nicht. Ich werde Fr. Brakebusch fragen, was sie zum Predni meint. Und lasse das googlen.
So.
Bißchen Angst habe ich auch vor der Kontrolle am Dienstag, insbesondere dem Histobefund. Warum mir das jetzt zu schaffen macht, weiß ich auch nicht. Wird schon. Genauso wie der ßHCG- Wert. Wird alles schon.

Dienstag, 7. Mai 2013

Ausgeschabt. Lobrede gehalten. Ins Bett gekippt.

Alles neu macht der Mai. Heute morgen waren noch zwei Notfälle vor mir dran, sodass ich nicht gegen halb 8 sondern gegen halb 11 in den OP kam. Danach war ich bis etwa halb 1 komplett stoned und habe - schon wieder- eine gelallte Lobrede auf die Anästhesie gehalten. Zumindest laut meiner amüsierten Bettnachbarin. Peinlich, peinlich. Wieso mache ich das jedesmal??
Das ßHCG ist nun bei 187 und ich soll nächsten Dienstag in die KiWu- Ambulanz zur nächsten Kontrolle kommen. Ob der Rest nun vollständig draußen ist, ist eine Frage, die mir dann wohl erst nächste Woche beantwortet werden wird. Jetzt sitze ich mit P. auf dem Balkon und grille. Kennt jemand Bruce? Bruce ist eigentlich ein Blumenkasten, der vorgibt, ein Grill zu sein. Und ist für kleine Balkone eine wirklich tolle Erfindung.
Herzlichen Glückwunsch an die Mama von M und A!!! Ich hoffe, sie und die Mama sind gesund und wohlauf.

Montag, 6. Mai 2013

Vielleicht ist morgen Tag Null

Morgen um 7:30 Uhr bin ich dran. Krasse Uhrzeit. Bin nervös.
Vielleicht ist morgen dann diese ganze Misere vorbei, vielleicht ist morgen Tag Null vom Rest meines Lebens.

Freitag, 3. Mai 2013

Ende in Sicht. Hoffen wir mal.

Fortschritte in den letzten Tagen: ich habe nur noch einmal geheult, und zwar nach P.'s Kommentar. Ich weiß, er steht mir immer bei, egal ob er das zum Thema macht oder nicht, aber eben weil er diese Dinge nur ungern bespricht und eher Taten sprechen läßt, hat mich das umso mehr berührt.
Ansonsten habe ich das Gefühl, die Fehlgeburt ganz gut verpackt zu haben, vielleicht bin ich auch einfach abgelenkt von den Ereignissen drumherum. Die Ultraschallkontrolle heute morgen hat ergeben, daß der Geweberest recht unbeeindruckt ist vom Methergin. Da ich kaum Krämpfe und Blutungen hatte war dieses Resultat nicht wirklich überraschend. Überraschend ist, daß das ßHCG trotzdem fällt, zwar langsam aber trotzdem kontinuierlich, von 700 am Montag auf nun 329. Insgesamt ist es trotzdem langsamer als es sein sollte, und da ja offensichtlich ein Rest feststeckt ist der Wert auch eigentlich völlig lala. Insofern muß ich am Montag zur Vorbereitung (Anästhesieaufklärung) und am Dienstag wird eine Hysteroskopie gemacht. Sollte man einen Rest sehen wird er entfernt, sollte man nichts sehen wird nix gemacht. Wobei letzteres ja ohnehin unwahrscheinlich ist wg s.o. Und jetzt kommt's: der leitende Oberarzt macht den Eingriff, guckna!! Ist mir ja nun fast ein wenig peinlich, daß durch meine KiWu- Ärztin mehrfach betont wurde, sie habe mit dem operativen Team telefoniert und es sei klar, daß ich nicht "der Dienstbesetzung am WE" übergeben werde, sondern daß das jemand macht, der viel Erfahrung mit so einem Eingriff hat. Unseren Brief hat sie nicht erwähnt (der ging ja auch ans operative Team), ich bin aber überzeugt, daß der inzwischen die Runde gemacht hat. Eigentlich bin ich ja froh, daß nun wirklich kontrolliert wird, was gemacht wird, andererseits ist es mir schon wieder unangenehm, so a la feine Dame. Die ich nicht sein will. Ich will nur gescheit operiert werden, ob das der leitende Oberarzt macht oder der Hausmeister ist mir wurst, wenn das Resultat stimmt.
Sollte das ßHCG nach dem Uterusputzen schnell wieder bei 0 sein glaube ich einfach nicht an die Blasenmole. Im Histo- Befund steht lediglich etwas von "Herden mit deutlicher Trophoblastproliferation", explizit steht nichts drin von wegen "moliger Umwandlung" oder so ähnlich. Entweder wollte der Pathologe sich nicht festlegen oder "Trophoblastproliferation" ist immer mit "Mole" gleichzusetzen. Das wird zumindest von einem Forumsarzt angezweifelt. Die KiWu-Ärztin will ja nun im nächsten Schritt eine ICSI machen statt IVF, um eine nochmalige Mole zu umgehen. Bevor das passiert können wir den Befund ja nochmal durchkauen. Sicher ist nix.

Dienstag, 30. April 2013

Sei ein Schatz und spucks aus

Hm. HM. HM. HM. Mehr kann ich dazu eigentlich gar nicht sagen. Das ßHCG ist von Freitag auf Montag von 1305 auf 700 gefallen, der Geweberest hat sich laut meinem Gyn jedoch leicht vergrößert. Da er auch noch ordentlich durchblutet ist hat er mir ganz klar zur Ausschabung geraten, wollte den Sachverhalt aber nochmal mit meiner KiWu-Ärztin erörtern. Auf die Option Methergin angesprochen meinte er, das würde seiner Ansicht nach wahrscheinlich nichts bringen.
Danach bekam ich einen Anruf, ich solle zur KiWu-Ambulanz, zum Gespräch. Die Ärztin dort wiederum meinte, sie sei weiterhin sehr zurückhaltend mit einer weiteren Ausschabung, sonst hätten wir irgendwann nur noch Narbengewebe und überhaupt. - Schreck. Laß. Nach. - Wenn Ausschabung, dann nur unter Sicht mit Hysteroskop und auch dann nur das Fitzelchen, was übriggeblieben ist, nicht den Rundumschlag. Sie hat dann nochmal geschallt, den Kopf hin und her gewiegt und gemeint, sie würde empfehlen, es mit Methergin abbluten zu lassen. Sie hätte mit meinem Gyn darüber gesprochen und wisse, daß er davon nichts halte, wolle es aber trotzdem versuchen, denn mit "den paar Tagen" verschenke man sich nichts.
Heute nachmittag bekomme ich die erste Ampulle in den Popo und dann jeden Tag bis einschließlich Freitag.
Eigentlich wäre heute mein erster Arbeitstag nach dem Schrecken, das habe ich dann gleich wieder abgesagt, Ende offen. Ist doch alles zum Davonlaufen. Jetzt sitze ich hier und male mir aus, wie der Rest weiterwächst und weiterwächst, das Myometrium befällt und ich irgendwann den Uterus komplett entfernt bekommen muß. Ich bekomme Chemo, meine Haare fallen aus und ich kann nie wieder arbeiten gehen. Bei meinem Glück in der Hinsicht scheint alles möglich.
Ich muß jetzt mal einen Stop einlegen, rein gedanklich, sonst drehe ich noch vollends durch. Vielleicht lade ich mir einen Film runter und starre stumpf auf die Glotze.
Herrje.
Vielleicht klappt es auch, daß der Rest verschwindet, aber irgendwie glaube ich nicht dran. Vermutlich sinkt der Wert weiter, erreicht aber nicht Null. Und dann muß ohnehin geschabt werden. Gibts andere da draußen, die >3 Ausschabungen hatten? Hat das irgendwas Nachteiliges bewirkt?

Montag, 29. April 2013

Nicht einfach heißt schwierig.

Der ßHCG- Wert von Freitag ist 1305, demnach viel zu hoch für 14 Tage nach Ausschabung. Irgendwie wundert's mich auch nicht, nachdem noch ein ordentlicher Knödel im Uterus sitzt. Was mich verunsichert ist nun das Risiko der Entzündung, eine Antibiotikaprophylaxe habe ich bisher nämlich nicht erhalten. Und ich frage mich, ob es überhaupt wahrscheinlich ist, daß der verdammte Rest von allein schrumpft oder abgeht, wenn es wirklich eine Blasenmole war. Darüber hinaus ist es mir ein Rätsel, wie es unter kontrollierten Bedingungen zu einer Blasenmole nach IVF kommen kann, immerhin wurde ja die dritte Eizelle genau aus dem Grund der Doppelbefruchtung verworfen. Mich quälen Fragen über Fragen, die noch nicht beantwortet wurden, erst morgen ist mein nächster Termin beim Gyn. Das Wochenende war dementsprechend grauenhaft, P. und ich haben wie betäubt versucht, die Zeit totzuschlagen. Aus dem Ärger heraus, daß auch diese Ausschabung in die Hose ging und schon wieder ein Rest übriggelassen wurde haben wir ein Schreiben an den Klinikchef und den Chef des OP- Zentrums aufgesetzt. Höflich und sachlich. Darin habe ich all die Dinge beschrieben, die beim ersten Mal schon schiefgegangen sind (nachzulesen im Blog) und die ich beim ersten Mal noch mit einer gewissen Gelassenheit hingenommen habe (gut - zumindest nachdem die erste Wut verraucht war aber das müssen die ja nicht wissen). Und daß wir aufgrund der nun schon wieder fehlgeschlagenen AS einer voraussichtlich 4. OP dieser Art (ich halte es einfach nicht für realistisch, daß ich da drumherum komme ) mit sehr viel Sorge entgegenblicken und darum bitten, daß besonderes Augenmerk auf Behandlung und Nachsorge gelegt werden möge.
Alles ganz sachlich. Aber hoffentlich mit deutlicher Aussage. Mit ein Grund, warum wir diese "Rückmeldung" verfasst haben, war das Gefühl, etwas tun zu können und nicht schon wieder hilflos den Dingen ausgeliefert zu sein, die passieren. So. Jetzt bin ich gespannt, ob da eine Reaktion kommt.
Und nach gefühlt 10 Stunden google bin ich per Zufall auf einen Spruch von H. Hesse gestoßen:

Auf einfache Wege schickt man nur die Schwachen. 

Diesen Satz schicke ich jetzt mal in den Äther zu allen Abkürzungsdamen da draußen, die ähnlich beschissene Erfahrungen machen mußten.

Freitag, 26. April 2013

Verdammte dreckige Hurenbockscheiße.

Nein, mit dem Schicksal versöhne ich mich wohl, wenn überhaupt, erst später. Aus dem bunten Katalog der Unwahrscheinlichkeiten kommt nun wieder etwas dazu: die histologische Untersuchung des Materials, was bei der Ausschabung gewonnen werden konnte, ergab wohl den Verdacht auf eine Blasenmole. Der Gyn konnte mir nicht wirklich viel dazu sagen, nur, daß der ßHCG- Wert in diesem Falle deutlich langsamer sinkt und engmaschig kontrolliert werden muß. Die Gefahr bestünde, daß das Plazentagewebe vor sich hin wuchert, im schlimmsten Fall könne es auch entarten. Damit ging es dann weiter zur US- Untersuchung, wo auch für mich eindeutig klar war, daß mitnichten - und wieder  einmal - nicht alles entfernt wurde. Der Gyn meinte, es könne daran liegen, daß der Rest einfach "so schwer zu entfernen gewesen sei" oder/ und der Rest gewuchert hat, wie bei einer Mole wohl der Fall sei. Ich soll nun am Montag zur nächsten ßHCG- Kontrolle kommen und am Dienstag erneut zum US, in der Hoffnung, daß das Ganze vielleicht schon kleiner geworden sein könnte.
Nach einem Telefonat mit der KiWu- Ärztin bin ich leider auch nicht schlauer. Sie meinte, sie würde vor einer 2. Ausschabung ( die meine 4. wäre) zuwarten, vielleicht sei es ja auch nur ein Koagel (sah nicht so aus, zumal der Doppler eindeutig durchblutete Areale gezeigt hatte). Die Schleimhaut sei nach einer Ausschabung so empfindlich, daß sie Sorge habe, daß ich irgendwann gar keine Schleimhaut mehr hätte.
Immer, wenn es wieder etwas bergauf geht, kommt die nächste Hiobsbotschaft. Was soll das??? Haben wir ein Arschkarten- Dauerabo?!
Mein Uterus ist leicht gekippt. Hätte ich denen das vor der OP nochmal sagen sollen? Verdammte Hacke, daran hatte ich gar nicht mehr gedacht.
Nach google ist nun vieles möglich: ßHCG sinkt trotz Rest. Halte ich für unwahrscheinlich. ßHCG stagniert oder steigt: dann führt wohl kein Weg an einer erneuten AS vorbei. Alternative wäre vielleicht noch ein Medikament, was die Reste zum Ausstoß bringt. Supergau wäre MTX (Methotrexat, eine Art Chemotherapie), danach müßte ich bis zu einem Jahr warten, bis wir es wieder versuchen könnten.
Der einzige Trost ist, daß es, wenn es eine Mole war, wohl am ehesten eine partielle war, denn bei der kompletten hat man eigentlich keine fetale Anlage und schon gar keinen Herzschlag. Demnach ist das Risiko der Entartung wohl nicht so hoch.

So oder so ist das alles ein Riesenscheiß. Und so langsam frage ich mich: was stimmt eigentlich nicht mit uns??

Dienstag, 23. April 2013

Termine, Termine

Heute war ich beim - wie soll ich's nennen - Nachgespräch mit der KiWu-Ärztin. Die meinte im Wesentlichen, daß ich schwanger werden könne, jawohl, daß ich aber nun schon so viel mitgemacht hätte, daß sie auch jetzt schon weitere Untersuchungen machen wolle, warum es möglicherweise zur Fehlgeburt gekommen sein könnte. Dazu gehöre eine Gerinnungsdiagnostik und eine Chromosomenanalyse (was wir aber beides in einem Anfall von Aktionismus schon Ende 2011 auf eigene Faust über Fr. Reichel- Fentz haben machen lassen und was beides unauffällig war außer den bekannten Schilddrüsenproblemen). Konsequenz wäre Heparin, was ich aber ohnehin schon verwende (auf Empfehlung von Fr. Reichel-Fentz), allerdings abgesetzt hatte auf Empfehlung der KiWu, als leichte Blutungen einsetzten. Hm. Beim nächsten Mal werde ich es bis zum Ende der 12. SSW spritzen, egal ob ich blute oder nicht. Könnte es daran gelegen haben? Es wäre grauenvoll, wenn ich es so einfach hätte verhindern können. Aber das werden wir wohl nie herausfinden.
Auch wenn nun - da vorab schon geklärt - nicht viel übrig bleibt, was man abklären könnte, bin ich dankbar, daß sie jetzt schon mal intensiver hinschauen will und nicht erst wartet, bis ich womöglich meine 3. Fehlgeburt hatte. Was sie noch empfohlen hat war eine Hysteroskopie, um Verwachsungen nach der Ausschabung auszuschließen, dabei wolle sie eine Art kleine Wunde in die Schleimhaut stechen, was die Einnistung im nächsten Zyklus verbessern solle.
Demnach müssen wir noch etwa 7 Wochen warten, bis es weitergeht. Wir könnten es natürlich auch noch ein paar Monate auf natürlichem Wege probieren, immer in der Hoffnung, daß eine Einnistung nach einer Fehlgeburt wahrscheinlicher sein könnte. Aber das ist Theorie. Theoretisch könnten wir durchaus auf natürlichem Wege schwanger werden, nur hat das in der Praxis leider noch nie geklappt. Da ich die Wartezeit unerträglich finde, wäre ich dafür, sobald wie möglich wieder zu starten.

Glück im Unglück: wie es aussieht, wird meine KK wohl auch noch die nächsten 3 Versuche bezahlen! Entweder ist das ein echt netter Zug, oder es war einfach eine andere Sachbarbeiterin, die die Vorgeschichte nicht ganz geblickt hat. Wie auch immer, so steht es schwarz auf weiß in meinen
Unterlagen.

Montag, 22. April 2013

Ganz sachte geht`s aufwärts.

Durchgeschlafen.
Heute nur einmal geheult.
Eure Kommentare wieder und wieder durchgelesen.
Lakritz gegessen.
Viiiiel Wein getrunken.
Gelacht.

Samstag, 20. April 2013

Wutstarre.

Heute ist schon wieder alles ganz anders. Ich bin innerlich gelähmt und gleichzeitig wütend. Vermutlich ist das der schon erwartete Hormonabfall. Ich bin wütend auf das Leben, auf's Schicksal, auf mein Umfeld, was nicht die richtigen Worte findet, auf mich, weil ich auf mein Umfeld wütend bin obwohl ich weiß, es sind keine Worte zu finden, die mich besänftigen könnten (und damit meine ich nicht Eure Kommentare, bei Euch habe ich das Gefühl, Ihr wißt, wovon ich rede und könnt es nachvollziehen, weil Ihr vielleicht schon dasselbe durchgemacht habt). Ich bin wütend auf P., weil ich auch mit ihm nicht "wirklich" darüber reden kann. Doch was hieße es, "wirklich" darüber zu reden? Vielleicht würde es mir helfen, wenn da jemand wäre, der mit mir brüllt. Der auch wütend ist, der vielleicht mit mir weint. Momentan habe ich das Gefühl, ich sitze allein da mit meiner Trauer. P. meint, ich zerschlage Geschirr, was bringt das, laß uns auf die Zukunft konzentrieren. Hoffnung auf Besserung ist ja da, ich bin nicht völlig resigniert. Und aufgeben werde ich auch nicht. Aber laßt mir meine Wut. Laßt mir meine Tränen. Und dann stehe ich wieder auf und mache weiter.

PS. Die malade schwangere Freundin hat mir Blumen geschickt. Über Fleurop. Ohne weiteren Kommentar. Ist nett gemeint, ich weiß. In meiner Wut halte ich es für gönnerhaft, alternativ für Grabschmuck. Beides ist nicht sonderlich förderlich für meine schlechte Laune. Ganz ehrlich? In meinem Freundeskreis hatte ich eher die Rolle derjenigen, die für die anderen da ist, ihnen zugehört hat, wenn was schiefgelaufen ist, sich Ablenkung ausgedacht, Survival-Pakete verschickt hat usw.
A) ich finde es zum Kotzen, daß ich nun die tragische Figur in meinem Freundeskreis bin und
B) ich halte mich - ganz unbescheiden - für empathischer. Meinen engsten Freunden habe ich von der Fehlgeburt erzählt, und der Satz, der immer kam, war "o je, ich weiß gar nicht, wie ich Dir helfen kann".  Was soll man dazu sagen??! Ihr sollt mir nicht helfen, Ihr sollt mit mir aufs Leben wütend sein. Für eine Weile zumindest. Und dann mach ich schon von alleine weiter.

Übrigens. Zum Thema Empathie fällt mir die Ärztin vom Dienstag wieder ein. So gegen 5 trafen P. und ich in der Klinik ein, etwa eine Stunde später waren wir dran und die - gefühlt 15jährige - Ärztin meint, sie habe ja schon von der Ambulanzschwester gehört, was passiert sei, aber: was führt Sie zu mir. Na gut. Ich habe also nochmals erzählt, wie das so vor sich ging, daraufhin nestelt sie ewig in meiner KiWu- Akte herum, liest den Brief meiner KiWu- Ärztin an die Krankenkasse, blättert und blättert (völlig wahllos, sagt oder fragt aber nichts dazu) und fragt mich dann, wie groß ich sei. Und ob ich Allergien hätte. Das schreibt sie dann akribisch auf ihrem Anamnesebogen auf (gibt es nicht wichtigere Fragen?? Sowas wie "wie geht's Ihnen jetzt" oder "haben Sie Schmerzen"???) und bittet mich zur Untersuchung. Dort stellt sie dann mit ihrem Spekulum fest, daß es immer noch stark blutet (ach was) und daß die Fruchthöhle leer ist (ach was). Sie will aber sicherheitshalber nochmal eine Kollegin "draufschauen" lassen. Also warten P. und ich 3 Stunden auf die Kollegin. Die bestätigt, daß der Embryo nicht mehr vorhanden ist (o-Ton der 15jährigen: ja, ne, ich hatte auch nichts mehr gesehen) und daß eine Ausschabung notwendig ist. Grrrrr.

Donnerstag, 18. April 2013

Abschließen und ein neues Kapitel aufschlagen.

Vielleicht hilft es mir, darüber zu schreiben. Seit heute Abend bin ich bei meinen Eltern, in der Hoffnung auf etwas Ablenkung, mit ihnen darüber sprechen kann und will ich nicht. Ich glaube, für meine Mutter ist es zu abstrakt, und auch für meinen Vater ist es glaube ich schwierig, die richtigen Worte zu finden. Sie signalisieren uns, daß sie für uns da sind, und das ist in Ordnung so. Vom Gefühl her ist es dieses Mal, zumindest gestern und heute, weniger schlimm als im letzten Jahr. Gewöhnt man sich an so etwas? Ich denke nicht, aber dieses Mal fühlt es sich irgendwie "natürlicher" an, so blöd wie das klingt. Ich mache mir auch jetzt Gedanken, ob ich etwas falsch gemacht haben könnte, aber die "Schuldfrage" ist diesmal nicht so sehr im Vordergrund. Es ist von sich aus gegangen und nicht, weil wir die Entscheidung darüber getroffen haben. Das, was jetzt passiert ist, passiert überall auf der Welt und auch in unserer unmittelbaren Umgebung immer und immer wieder und nicht mit einer Wahrscheinlichkeit von gefühlt 1:1 000 000 000.
Das Schlimmste diesmal ist dieses Splatter-Movie-Bild, was ich nicht aus dem Kopf bekomme. Ich hoffe, das legt sich irgendwann. Und der Gedanke, daß jetzt womöglich wieder eine lange Wartezeit auf uns zukommt. Vielleicht auch nicht, die Hoffnung springt schon wieder auf und ab wie ein Gummiball. Doing, doing, ich hoffe, sie behält Recht!
Hm. Die Alraune arbeitet für uns. Ich werde nur Zeit und Geld in Dinge investieren, zu denen ich ein gutes Gefühl habe und dann nimmt das Schicksal wieder Anlauf. Aller guten Dinge sind drei.
Und wenn das Leben Dich nervt, streu Glitzer drauf.
Darum gehe ich morgen zum Friseur und lasse meine dunkelbraune Trauermähne wieder etwas blonder werden. Man tut, was man kann.
So, und jetzt genug gefloskelt.

Mittwoch, 17. April 2013

Einfach so.

Einfach so, ohne irgendein körperliches Anzeichen vorher, hatte ich gestern gegen 16:00 eine Fehlgeburt. Die Details möchte ich vergessen. Heute muß ich zur Ausschabung. Habe ich etwas falsch gemacht? Hätte ich Heparin nicht absetzen sollen? Hätte ich Prednisolon langsamer reduzieren sollen? Sofort ist wieder diese Schuldfrage da. Und die Frage: warum ziehen immer wir die A- Karte? Warum nicht, ist die Frage, das kann jeden treffen, das weiß ich. Aber nach allem, was wir durchmachen mußten glaube ich langsam, daß da oben jemand sitzt und grinst, uns permanent den Stinkefinger zeigt und sich fragt, was denn noch auf der Liste fehlt. Totgeburt in der 24. SSW? Kann sie haben. Gar nicht mehr schwanger werden? Kann sie haben. Jetzt kann ich am Baby meiner Kollegin schön die Fortschritte "meines Kindes No1" bewundern und am kommenden Baby meiner Freundin die Entwicklung des "Kindes No2" (beide waren bzw sind genau gleichzeitig schwanger).
Willkommen, Warteschleife. Du grauenhafteste aller grauenhaften Zeitverschwendungen.