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Montag, 7. Oktober 2013

Ein deutliches positiv-negativ

Es ist Freitag, Freitag der 13. Ich habe mich mit einer Freundin nach der Arbeit zum späten Kaffeetrinken verabredet. Wir sitzen gemütlich da und unterhalten uns, als.....

Ja, ich mache es spannend, ich weiß :o) 

Ich hoffe, Ihr zieht alle mit mir um auf 

http://verdinkst.wordpress.com

Ich freue mich auf Euch!!!

Bei Fragen meldet Euch doch unter verdinkst@gmail.com, da erhaltet Ihr auch das Paßwort für geschützte Beiträge unter wordpress.

Montag, 23. September 2013

IVF 5 - ZT 22 (TF + 3)

Ich merke nix, nüscht, nada. Kein Brustspannen, kein Ziehen, nix. Bei meiner ersten Schwangerschaft habe ich irgendwann einen scharfen Stich im Unterleib verspürt, von dem meine Schwester ja behauptet, das hätte sie ebenfalls bei ihren zwei (geglückten) Schwangerschaften gehabt. Auf den berühmten Stich warte ich nun, noch haben Tick, Trick und Track ja noch Gelegenheit, kraftvoll zuzubeißen. Ich schwanke zwischen "Schonung ist zwingend notwendig" und "Schonung ist ein Mythos". Heute zB habe ich zwei schwere Einkaufstüten vom Supermarkt nach Hause geschleppt. Sollte es geklappt haben ist dies nun der Gegenbeweis, daß ich mich auch bei Schwangerschaft 3 bis 5 NICHT schonen werde. Dieses Mal bin ich auch dem Rat von Frau Brakebusch gefolgt, lediglich 5mg Prednisolon einzunehmen und nicht 15mg, wie von Frau Reichel- Fentz empfohlen. Ja, und nochmal: sollte es dieses Mal geklappt haben ist dies nun der Beweis (für mich ganz persönlich natürlich, das soll nicht für andere gelten), daß ich nicht aufschwemmen und ein Mondgesicht entwickeln muß, um schwanger zu werden. Ich spritze jeden Abend Heparin, das mache ich allerdings. Und das gibt mir auch ein besseres Gefühl, während ich beim Cortison - so logisch es ist, es bei Hashimoto einzunehmen - immer hin und her geschwankt habe, welche Dosis wohl die richtige sein mag.
Während ich auf den besagten Stich warte, häkele ich mir weiter einen Wolf. Im wörtlichen Sinne.


Noch ist er nicht fertig. Aber bis zum Geburtstermin meiner maladen schwangeren Freundin ist es ja noch ne Weile hin...

Freitag, 20. September 2013

IVF 5 Tag irgendwann

So. Drei sinds. Und die suchen sich jetzt gerade einen schönen Platz, und wie bei diesem Spiel, wo es einen Stuhl weniger gibt als Leute, die einen Stuhl brauchen (wie heißt das Spiel denn noch, verdammt?) werden von den Dreien Zwei übrigbleiben. So sieht´s nämlich aus. Beim Einsetzen habe ich noch rumgescherzt, bei unserem Glück werden es Drei. Dieser Witz ist mir im Anschluß noch etwas im Hals steckengeblieben. Aber wollen wir den Teufel mal nicht an die Wand malen!
Ich kann jetzt gar nichts mehr tun außer die Füße hochlegen, meine Utrogestmüdigkeit pflegen und vor mich hin stricken. Das geht nämlich noch ohne Kind. Heute habe ich übrigens wieder gearbeitet, zum Transfer bin ich einfach hoch in die Klinik gewetzt und dann direkt wieder an den Schreibtisch. So macht man das, als working mum. Aber das Wochenende passiert nichts. Rein gar nichts. Und das werde ich genießen!

Mittwoch, 18. September 2013

IVF 5 Tag 17

4 Eizellen konnten gewonnen werden, das ist für mich 'ne Menge und somit bin ich mehr als zufrieden! Morgen wird sich zeigen, wie viele sich haben befruchten lassen. Wenn es 3 sind, werde ich mir 3 einsetzen lassen, sollten es weiterhin 4 bleiben, werden 2 einziehen und 2 auf den nächsten Versuch warten. Ich habe das jetzt schon so oft mitgemacht und wiederhole mich jedesmal: der Dormicumflug. Jaja, der war großartig. Und ich steh ja drauf, für 2 Stunden einfach nichts zu "müssen", und nicht nur das, sondern auch nichts zu "sollen"! Stattdessen soll man auf einer ansatzweise gemütlichen Liege liegen und sich erholen. Während der Ehemann auf einem Hockerchen am Bettrand sitzt und auf seinen Einsatz wartet. Und ab und an ein Getränk rüberreicht. Es gibt Schlimmeres! Die Müdigkeit steckt mir jetzt noch ein bisschen in den Knochen, darum sitze ich auf der Couch, höre dem Regen zu und häkele einen Wolf. Je nachdem, wie vorzeigbar der wird, wird das das Geburtsgeschenk für die malade schwangere Freundin.
Noch ist übrigens nicht klar, wann der Transfer sein wird, entweder am Freitag oder am Montag. Ich soll am Freitag anrufen und dann wird es entschieden, je nachdem, wie weit die Krümelchen sind.

Montag, 16. September 2013

IVF 5 Tag 15

Ich könnte heute zum Yoga gehen und eigentlich habe ich mich sogar schon verabredet. Andererseits genieße ich gerade den beginnenden Herbst und freue mich darauf, zu Hause mit Kerze und Tee und dicken Socken rumlümmeln zu "dürfen" ohne schlechtes Gewissen. Außerdem knödeln meine Eierstöcke von den täglichen 4 Ampullen Menogon, und zwar ganz besonders links.
Und jetzt bitte mal Trommelwirbel: der rechte Eierstock hat mitgebrütet und 2 Follikel zu bieten, der linke 2 größere und einen kleinen. Ein Follikel auf der rechten Seite hatte bereits am Samstag 21mm, der ist bei der Punktion wahrscheinlich zum Ballon aufgebläht. Der Rat der Ärztin, die nun in die Fußstapfen der emotionslosen, in die arabische Welt entfleuchten Vor- Ärztin tritt lautete, noch zuzuwarten mit dem Auslösen, bis die kleineren Follikel nachziehen können. Die Punktion ist dann am Mittwoch, dem 17. Zyklustag. Ich habe jetzt schon furchtbares Brustspannen und bin mir fast sicher, daß mein natürlicher Eisprung schon rum wäre um diese Zeit, aber das soll unter Cetrotide ja nicht so schlimm sein.
Übrigens hat die gute Krankenkasse die Bewilligung zeitnah und ohne mit der Wimper zucken auf IVF abgeändert. Ich werde denen eine Geburtsanzeige schicken, das steht fest.
So. Und was mach ich nun mit Yoga?
Nö. Och nööö.

Montag, 2. September 2013

IVF 5 Tag 1

IVF 1 war - kurzfristig - erfolgreich, IVF 2 und 3 nicht. IVF 3 resultierte in 2 Kryoversuchen, horray. Aber auch die waren nix. IVF 4 wurde im Januar umgewandelt zur IUI, IVF 4 mit Transfer war erfolgreich, IVF 5 wurde zur ICSI. Irgendwann wird es kompliziert, die Übersicht zu behalten. Nach obigen Rechnungen fällt heute der Startschuss zur IVF 5.
Ich tendiere dazu, kurz vor dem Startschuss alle alten Fragen wieder hervorzukramen, die ich jedes verdammte Mal aufs Neue durchkaue und gleichzeitig doch weiss, dass diese Fragen eigentlich schon von den Ärzten beantwortet wurden und eigentlich auch nicht weiterführen. In der 1. Zyklushälfte ist es die Frage danach, wie man die Eizellanzahl verbessern könnte. Um die Punktion herum ist es die Frage, wie man verhindern kann, dass die Eichen frühzeitig springen. Und nach dem Transfer geht es natürlich gleich weiter mit der Frage: wie heiss darf ich duschen, wie eng darf der Hosenbund sein, wieviel darf ich tragen, soll ich ASS nehmen oder lieber doch nicht, was kratzt Würmchen Alkohol, wenn es noch nicht einmal an meine Blutversorgung angedockt ist und was schadet Würmchen potentiell mehr: zuviel Kaffee oder zuviel schlechte Laune durch Kaffee- Entzug?
Fragen über Fragen, die ich mir jedes einzelne Mal aufs Neue stelle und die doch nie beantwortet werden. Egal wieviel ich googlele. Dieses Mal nehme ich mir nun feierlich vor: ich werde versuchen, mich rein auf mein Bauchgefühl zu verlassen. Hierzu habe ich mir diese - Achtung, Vorurteil - schnulzige Meditations-CD von Birgit Zart bestellt. Ich weiß noch nicht, was ich davon halten soll, denn noch ist sie nicht da. Aber wenn ich anfange, den Finger Richtung google zu heben werde ich mir die Stöpsel in die Ohren stecken und meinetwegen auch über die Silberschnur nachdenken, die mich mit meinem zukünftigen Kind verbindet.
Ihr seht, ich bin voreingenommen. Aber gleichzeitig bin ich auch irgendwie empfänglich für sowas. Wir werden sehen.
Und ich werde berichten.
Heute ist also Tag 1. Yiiiiehaaaah!

Donnerstag, 25. Juli 2013

Treffer und versenkt.

Aus einer hübschen reifen Eizelle und einer unreifen ist ein wunderhübscher vierzelliger Embryo geworden, der nun bebrütet wird. Der Wunsch ist hier sicherlich Vater des Gedankens, aber beim Blick in den Monitor und der begeisterten Labordame im Ohr hatte ich auch das Gefühl, daß dieser Embryo, jawohl dieser Embryo ganz besonders schön aussieht. Er hat weder Dellen noch Pünktchen noch sonst ebbes sondern strahlte an allen vier Enden. So und genauso soll es sein.
Gut. Ganz tief in meiner Anti- Esoteriker- Grabbelkiste ist mir bewußt, daß die Eizellen bei einer ICSI -vermutlich- anders aussehen als bei einer IVF, immerhin werden die ja entsprechend aufbereitet. Aber ich möchte mich an dieses formschöne, hübsche Bild erinnern und dem kleinen Häuflein alles Liebe wünschen. Du bist herzlich willkommen. Mach es Dir bequem. Und wenn Du andockst habe ich das Gefühl, daß Du ein Mädchen wirst. Und solltest Du andocken und ein Junge werden, dann liest Du vielleicht irgendwann mal diese Zeilen und wirst denken:"Die Mama mal wieder. Völlig gaga." Ich werde Dich trotzdem nicht hauen. Ich schwör.

Montag, 22. Juli 2013

1 bis 1 1/2

Der Dormicumflug war wieder einmal ein absolutes Highlight, die Ausbeute dann leider nicht so. Von den 4 1/2 Follikeln, die man im Ultraschall sehen konnte waren 2 leer. Aber AAABER es konnte eine schöne Eizelle gewonnen werden und eine etwas kleinere. Jetzt heißt es abwarten, ob sich beide schön befruchten lassen. Morgen wissen wir mehr.

Sonntag, 21. Juli 2013

Sommer, Sonne, Hoffnungsschimmern.

Lange, lange hab ich mich nicht mehr hingesetzt, um zu schreiben (obwohl ich dies auch nicht im Stehen getan habe und im Liegen schon gar nicht (hahahihihoho). Erst gestern bin ich auf der Suche nach Nagellack über meinen knallroten gestolpert, den ich als eine Art Trotzreaktion gegen das Universum, das Schicksal und den ganzen Rest im letzten Sommer getragen hatte, als es mir und uns gerade ganz besonders mies ging. Da wäre ein bißchen Psychotherapie vielleicht verhätnismäßiger gewesen als so ein furznormaler Nagellack? Mag sein. Aber meine Stimmung hat er gehoben für eine Weile. Und immer, wenn ich auf meine knallroten Zehen geblickt habe hatte ich das Gefühl, ich zeige dem Schicksal den Mittelfinger. Die Waffen eine Frau eben. Die einen fahren mit dem Panzer vor, die anderen tragen Nagellack auf. So sieht's aus. Metaphorisch betrachtet.
Wievel passiert ist seit diesem Nagellack ist unglaublich. Wir sind anerkannte Adoptivbewerber, haben eine weitere Schwangerschaft hinter uns und insgesamt 4 IUIs, 4 IVFs und 2 Kryos. Wir haben einen von hoffentlich vielen Anrufen unserer Adoptionsdame erhalten. Und von allem anderen, was nichts mit dem Kinderwunsch zu tun hat, ganz zu schweigen. Die Fehlgeburt im April hab ich ganz gut verpackt, es hat sich dann doch anders angefühlt, Ende der 7.SSW einen kleinen Punkt mit Herzschlag zu verlieren als ein winziges Baby mit Gesicht und strampelnden Armen und Beinen um die 12. SSW. Und daß ich durch die Lernerei abgelenkt war hat sein Übriges getan. 

Im Garten wird gerade Kindergeburtstag gefeiert, was mich an einen Spruch einer Freundin erinnert: "Kinder sind wie Irland. Wenn es mal nicht regnet, ist es wahnsinnig schön." 
Unten wird gebrüllt, geheult und mit riesigen Plastikteilen gespielt. Wer das größte Plastikteil sein Eigen nennen darf ist der Coolste, wer mit Sachen spielt, die nicht ihm gehören, wird angeplärrt. Das Geburtstagskind trug bereits im Babyalter einen Strampler mit der Aufschrift "mein Papa ist Arzt und fährt Porsche". Leider stimmt beides. Wundert einen da noch irgendwas? Ganz ehrlich und ohne "will auch Kinder haben"- Zynismus: solche Blagen muß ich nicht haben. 

Während ich hier so vor mich hin schreibe fällt mir auf, daß wesentlich mehr Nicht-Kind-Bezogenes in der Zwischenzeit passiert ist als Kind-Bezogenes. Kurz zusammengefaßt haben wir es uns wirklich gut gehen lassen. Der Urlaub war wahnsinnig schön, und im Sommer ist sowieso immer so viel zu tun! Gerade stecke ich schon mitten im nächsten Zyklus. Dieses Mal ist ja eine ICSI geplant, wegen der Blasenmole beim letzten Mal. Stimuliert habe ich wieder mit Gonal F und morgen ist Punktion! 
Beim Ultraschall waren 4 schöne Follikelchen auf der linken Seite zu sehen plus ein kleinerer, die rechte Seite pennt. Mit der Ausbeute bin ich hoch zufrieden, immerhin ist es doppelt soviel wie beim letzten Mal und schon oft hat sich ja nun gezeigt, daß die Menge nicht entscheidend ist.

Ich werde Euch berichten!!

Dienstag, 26. März 2013

Weiß gar nicht, wie ich das sagen soll ohne zu brüllen

Gestern nachmittag hatte ich frei. Ich fläzte so in der Wohnung herum und hatte so ein Gefühl. Gleichzeitig hatte ich P`s Worte im Ohr "nicht testen vor Donnerstag, bitte tu das nicht, das streßt Dich nur". Aber ich hatte Zeit. Und mußte alle 5min pinkeln. Und wollte erleben, wie es ist, wenn man schwanger ist und es von Auge zu Auge sagen kann. Nicht am Telefon nach dem Bluttest vor der Arbeit, "wie war´s?" "Negativ", "Ach, mist". Also dachte ich mir: WENN ich positiv sein SOLLTE, wenn ich es wirklich vorher wüßte und P. wüßte es noch nicht, könnte ich ihn überraschen. Mit kleinen Schühchen. Die er auspacken muß, mich ungläubig anschauen, es nicht fassen können und sich dann schrecklich freuen. Genauso hab ich mir das immer vorgestellt.
Tja, und was soll ich sagen: ich habe Montag mittag getestet. Nicht mit Morgenurin sondern mit 3-4 Portionen später. Zunächst war nichts zu sehen, sodass ich den Test schon frustriert weggelegt habe. Aber nach etwa einer Minute zeigte sich das:


Ungläubiges Staunen meinerseits!!! Ich konnte es nicht fassen, war glücklich und skeptisch zugleich. Immerhin hatte ich letzten Sommer schon einmal eine zweite Linie auf einem allerdings etwas billigeren Test gesehen, was sich dann als Verdunstungslinie oder falsch positiv herausgestellt hatte. Also habe ich versucht, meine Euphorie noch etwas zu zügeln. Ich wollte es P. erst sagen, wenn ich ansatzweise sicher sein konnte, also habe ich heute morgen nochmals getestet. Mit Morgenurin und dem Test, den wir aus unserem Frankreichurlaub aufgehoben hatten und den wir verwenden wollten, wenn wir sicher sind, dieses Wort darauf zu lesen:


Und heute in der Mittagspause habe ich Schühchen gekauft. Nicht für die Neugeborenen von Freunden. Für uns. Für unser Baby.
Und als ich das Päckchen heute abend P. überreicht habe war es genauso, wie ich es mir immer gewünscht habe.
Ein unbeschreiblicher Moment.

Die Alraune war´s. Da bin ich fest von überzeugt.

Mittwoch, 20. März 2013

Nimm 2 - Tag 7 in meinem Bauch (IVF Tag 24)

Meine Freundin, die auch eine lange KiWu-Zeit hinter sich hat, ist schwanger. Irgendwie habe ich es geahnt, da sie sich in den letzten Tagen so wahnsinnig bedeckt gehalten hat. Als ich sie fragte, ob wir Freitag Sushi essen gehen wollen kam es dann raus. Altes Thema, so oft erlebt: Freude, Neid, alles eng beeinander und alles völlig verdreht. Mit ihr konnte ich mich immer über die Abkürzungsdramen austauschen, jetzt bin ich leider übrig. Dieser Gedanke löst allerdings auch keine Traurigkeit mehr aus, eher eine Art Achselzucken. "Ist halt so". Was soll ich machen? Traurigkeit ändert an meiner eigenen Situation auch nichts. Ein ungutes Gefühl habe ich dahingehend, daß ich vorausahne, daß es in ihrem Fall echt schwer werden wird, in Zukunft mit ihr umzugehen. Sie wird in mich hineininterpretieren, daß es nun ganz furchtbar schlimm für mich ist, daß sie schwanger ist, daher wird sie mir von sich aus schon mal gar nichts erzählen. Sollte ich mal schlecht gelaunt sein, wird sie es auf sich beziehen. Und gleichzeitig wird sie mir gegenüber den Standpunkt vertreten "wird ja doch nix". Ein wenig so wie der Klassenstreber, der alles gelernt hat und eigentlich weiß, daß er eine gute Note bekommen wird, nach außen hin aber sagt "uuh, die Klausur hab ich verkackt". Natürlich hat sie Angst, insbesondere weil sie unsere Geschichte miterlebt hat. Aber trotzdem muß sie das "das wird doch eh nix" nun nicht vor sich her tragen, obwohl sie innerlich vielleicht doch etwas anderes erwartet und hofft. Denn dann drängt sie mich in die Rolle, sie vom Gegenteil zu überzeugen und Mut zuzusprechen. Aber dazu fehlt mir leider die Kraft. Freuen muß sie sich selbst, das werde ich nicht in sie hineinmotivieren. Ihr ß-HCG ist bei 600, nächste Woche hat sie Ultraschall. Wenn es Zwillinge werden sollten würde es mir einen Stich versetzen. In dem Gefühl, sie bekommt das, was ich will.
Ach ja. Vielleicht kommt dann doch Ndugu zu uns. Inklusive seiner Schwester Ndugi. 
Hallo Schicksal, denkst Du auch mal an P. und mich?

Montag, 18. März 2013

Nimm 2 - Tag 5 in meinem Bauch (IVF Tag 22) oder Das Geheimnis der Alraune

Das Ding, das P. gerade aufhebt, sieht aus wie eine verdreckte Wurzel. Es ist länglich, schrumplig, biegsam und voller Erde. Es riecht nicht unangenehm, sieht aber einfach seltsam aus. "Was willst Du mit der alten Möhre?", frage ich P. Denn genauso sieht es aus, wie eine alte, schrumplige Möhre, die ausgekeimt ist und Wurzeln gebildet hat. "Das ist keine Möhre", sagt P., "das ist eine Alraune". "Wfmp?", mache ich, ganz unromantisch. Und dann erklärt mir der beste Ehemann von allen, dass Alraunen magisch sind. Und fruchtbar machen. Und dass die Alraune schon Rahel geholfen habe, mit Joseph schwanger zu werden. Stehe in der Bibel. Könne man nachlesen. Alles echt. Wir albern noch ein bißchen herum und irgendwie hat der Moment wirklich etwas Magisches. Und natürlich könnte es auch einfach nur eine blöde alte Möhre sein, aber es könnte eben auch eine Alraune sein. Alles ist möglich.
Also wandert das Ding in P.´s Jackentasche bis zu uns nach Hause.
Und da liegt die Zauberwurzel jetzt unter dem Bett und verströmt ihre magischen Kräfte.
Bis Donnerstag.
Da kommt unsere Putzfrau....

Freitag, 15. März 2013

Nimm 2 - Tag 2 in meinem Bauch (IVF Tag 19)

Ich bin gerade etwas maulfaul, was den Blog angeht, was vielleicht daran liegt, dass es mir gut geht. Seit der Punktion bin ich krankgeschrieben (inklusive heute) und genieße den Tag. Die erste Sonne, den tauenden Schnee, keine Termine, niemand, der an mir herumzerrt. Sehr, sehr schön. Und es könnte ruhig so weitergehen!
Bauchtechnisch gibt es nichts Neues zu berichten, Utrogest macht mich ein wenig rammdösig und der Frauenmantelkraut-Tee schmeckt wieder mal wie Katzenpipi. Mit etwas Honig ist´s übrigens besser.
Ich bleibe dabei: Ihr zwei beide, es ist Eure Entscheidung. Aber wir würden uns sehr SEHR freuen, wenn Ihr bleibt.
Ich halte mich gerade an das folgende Bild, und sei es noch so banal: da sind 2 "geordnete" Chromosomensätze zusammengetroffen und nun entsteht Chaos. Gutes Chaos, Zellen teilen sich und was weiß ich was da noch so alles passiert. Und das Chaos, was gerade entsteht und sich vielleicht Schwangerschaft nennt, kann ich nicht beeinflussen, egal, wie sehr ich mich auf den Kopf stelle. Kinder kommen, wenn SIE wollen, nicht wann wir wollen. So. Und Mama entspannt sich.

Donnerstag, 14. März 2013

Nimm 2 - Tag 1 in meinem Bauch (IVF Tag 18)

Der Drops ist gelutscht, beide Embryos befinden sich nun sicher in meinem Bauch. Ich kann nicht beeinflussen, ob sie bleiben oder nicht, nur darauf hoffen.
Kinder kommen, wann sie wollen.
Bitte wollt. Ihr werdet es gut haben bei uns, ganz ganz sicher.

Mittwoch, 13. März 2013

IVF Tag 16- nimm zwei

Da sich eine Eizelle wieder hat doppelt befruchten lassen bekomme ich morgen 2 statt 3 wunderhübsche Embryonen zurück. Wir haben nun zwei Chancen, dass es klappt. Das ist doch was!
Morgen hole ich die beiden ab. Und dann ist Entspannung angesagt. Obwohl ich keine Überstimulation hatte (offensichtlich nicht bei 3 EZ) pieksen und ziehen die Eierstöcke ganz schön. Bin ich von den Malen davor gar nicht gewohnt. (Hat sie daneben gestochen? Hat das was zu sagen? Sollte ich vielleicht doch noch eine halbe Stunde googlen?) N- E- I- N.
Stattdessen habe ich für Montag früh einen Massagetermin ausgemacht. Jetzt wird nur noch Geld ausgegeben für etwas, was direkt und nachvollziehbar was bringt.

Dienstag, 12. März 2013

Der Schlüssel zum Glück ist ein schlechtes Gedächtnis.

Punktionstage fangen für mich immer bereits einen Tag früher an. Ich stelle mir vor, wie es sein wird, mache mir Sorgen, ob nicht doch das ein oder andere Ei (als hätte ich so viele!) vorzeitig springt, versuche mir nicht auszumalen, wie es rein technisch vor sich geht, dass da ein Metalldingens von der Scheidewand gefühlt quer durch den Bauchraum in Richtung Eierstock vorgestoßen wird und frage mich wieder und wieder, ob es wirklich korrekt war, schon 36 Stunden vor der Punktion auszulösen.
Als wäre es mein erstes Mal.
Ich denke, ich weiß, woran es liegt: unabhängig davon, dass die ganze Sache hochemotional und natürlich immer wieder aufregend ist bekomme ich jedes Mal ein Medikament namens Dormicum gespritzt. Ich glaube, ich erwähnte bereits, welch großer Fan ich bin und sehe mich durchaus als gefährdet, bei einfacherer Verfügbarkeit mal ein Näschen oder Venchen davon zu nehmen. Was für eine Wirkung! Alles wird weit, alles ist völlig wurst, ich fange an, merkwürdiges Zeug zu brabbeln und verhalte mich ganz furchtbar peinlich. Laut P. zumindest. Denn das Gute ist: nach dem Rausch weiß ich NICHTS mehr von alledem. Nada. Ich kann mich weder an die Punktion erinnern, noch an etwaige Schmerzen oder an die verbrabbelte Unterhaltung währenddessen. Ich fühle mich wohlig, müde und reif fürs Bett. Wie nach einer ausgiebigen Badewannensitzung.
Genauso auch heute. Ein weiterer Glücksmoment: es konnten statt 2 nun doch 3 Eizellen gewonnen werden. Jetzt müssen die sich nur noch schön befruchten lassen und dann bekomme ich am Donnerstag schon alle 3 wieder zurück.

Und noch etwas Erfreuliches:
Vielen lieben Dank, lieber Matt, für den Blogaward! Eigentlich hättest Du einen Award allein dafür verdient, wie sehr Du Dich um Deine Frau kümmerst. Was muß ich denn da jetzt machen? Muß ich überhaupt irgendwas machen oder darf ich mich einfach still freuen? Fragen über Fragen. Wißt Ihr weiter?

Donnerstag, 7. März 2013

Time flies like an arrow. Fruit flies like a banana.

Lang ist`s her, dass ich geschrieben habe und das aus gutem Grund: ich hatte einfach keine Kraft und Lust mehr, mich mit dem Thema zu befassen und habe darum die Pillenpause als Auszeit genutzt. Nicht in die Apotheke rennen müssen und nicht zum Ultraschall, nicht an Spritztermine, Kügelchen oder Tee zu denken hat mir gut getan. Trotzdem hat sich was getan an der Kinderwunschfront: im Februar hatten wir den Hausbesuch unserer netten Adoptionsdame. Ich war rasend aufgeregt vorher, bin wie der Wind durch die Wohnung gefegt und habe aufgeräumt und gefeudelt, während P. uns ein zauberhaftes Fingerfood- Mahl zubereitet hat. Immerhin kam die Dame um 13 Uhr, sodass wir davon ausgegangen sind, dass sie ordentlich Hunger mitbringt. War dann nicht so und das Ganze vielleicht zu streberhaft, aber wäre auch doof gewesen, wenn sie sich mit uns unterhält und sich währenddessen magenknurrend vor Hunger selbst verdaut.
Und was soll ich sagen: hach, war das wieder nett mit der Dame. Eigentlich hatte sie nur 3 Stunden eingeplant, war dann aber bis zum Abend da. Das Gespräch war herzlich, witzig und durchweg positiv und ich glaube, sie mag uns. Einen Lebenslauf müssen wir nun gar nicht mehr schreiben, außer wir bewerben uns noch woanders. 2 Seminartermine liegen noch vor uns, an denen mit anderen Bewerbern, Adoptierten und Adoptiveltern über Adoption allgemein und im Besonderen gesprochen werden soll und wir sollen noch ihre Mitarbeiterin kennenlernen, das war`s. Dann sind wir in der Kartei und dürfen hoffen. Das ging doch wesentlich fixer und komplikationsloser als gedacht! Aber ganz ehrlich und unbescheiden: warum auch nicht, verdammich??
Für die, die sich über neue Geschichten aus der Unterhose freuen: im Pillenzyklus hatte ich übrigens nonstop Schmierblutungen. Hat mich verunsichert (Tatsache), hat mich dazu gebracht, mich in der Kinderwunschambulanz rückzuversichern, ob das so in Ordnung ist oder ob nicht doch mal weitere Untersuchungen gemacht werden sollten (Lüge, es waren 2 Anrufe) und hat dazu geführt, dass die Arzthelferinnen dort mich für hysterisch hielten (Vermutung). Im Endeffekt hätte ich das auch der Wand erzählen können (Tatsache), denn die Konsequenz war gleich null (ebenfalls Tatsache). "Ist normal". Das war der ganze Kommentar dazu.
Mit Absetzen der Pille war dann auch das nächste Rezept im Briefkasten, diesmal allerdings nicht wie gewohnt über Menogon sondern Gonal F. 250 IE. Hätten die doch auch mal mit mir besprechen können, oder etwa nicht. Also wieder angerufen, warum jetzt Gonal F und nicht mehr Menogon. "Ist richtig". Keine weitere Erklärung. Ärztin nicht da. Nun ja, dachte ich mir, hat sich die Ärztin wohl hoffentlich was dabei gedacht und habe lustig begonnen, mir das Zeug zu spritzen. Resultat am Dienstag: mindestens 3 Follikel. Resultat heute morgen: 2. Genau 2. Trotzdem soll die Punktion stattfinden, immerhin ist eine kleine Chance da. Eine klitzekleine Chance. Und wenn es nicht klappen sollte wäre es vielleicht an der Zeit, mal länger zu pausieren als 1 Monat. Wobei wir ja bei den Kryos auch nicht wirklich stimuliert haben und die Ausbeute danach war auch mies. Aber man soll die Hoffnung ja nie aufgeben.
Im übrigen: es wird Frühling!!! Die Bäume schlagen aus, das Leben kommt wieder in die Gänge!!! Wenn das nix wird.