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Dienstag, 6. August 2013

Pausenzyklus Tag 1 (oder 2 oder 3?)

Hach jaaaaaaaaaaa. Doppelseufzend und ein wenig mit dem Kopf auf der Tischplatte aufschlagend: Tante Rosa ist da und der ß-HCG-Wert ist (ach was!) <2. Es ist doch immer wieder erstaunlich, wie sehr man (oder ich zumindest) immer noch Hoffnung habe, dass es a)Einnistungsblutungen, b)Schmierblutungen, c)Einbildung sein könnten, obwohl ich bereits den ersten Tampon in der Hand halte und ich mir rein rational sicher bin, daß es einfach nur die blöde olle Tante Rosa ist.
Jetzt hab ich es schwarz und weiß und es gibt nichts daran zu deuteln: Frischversuch No 5 ist negativ. Um mich nicht noch mehr runterzuziehen zähle ich die beiden Kryos jetzt mal nicht mit.
Leider war meine KiWu-Ärztin heute nicht da, sie kommt erst nächste Woche aus dem Urlaub zurück, sodass ich sie erst dann fragen kann, wie es weitergeht. Vom Gefühl her würde ich mir das nächste Mal lieber wieder Menogon spritzen, auch wenn der Gonal-Pen in der Handhabung wesentlich komfortabler ist. Trotzdem hatte ich das Gefühl, dass die Eierchenqualität darunter besser war, es keine leeren Follikel gab und keine wilde Mischung als reif und unreif. Ich muss nochmal nachrecherchieren aber ich glaube, es war so. Darüber hinaus bleibt die Frage, ob eine Endometriumreizung nochmal Sinn macht. Nach Anfrage bei Dr. Peet aus Berlin, der das wohl schon seit vielen Jahren macht, wäre der optimale Zeitpunkt für diese Maßnahme eine Woche vor der Blutung gewesen (und mitnichten um den Eisprung herum wie bei mir geschehen). Erwähnte ich schon mal, dass es mich stinksauer macht, dass man sich um jede winzigkleine Information selbst kümmern muss? Nun ja, das sind jedenfalls die Dinge, die ich meine Ärztin noch fragen muß, damit alles geklärt ist, bevor es wieder losgeht.
Bissl geknickt bin ich schon. Andererseits hoffe ich auf die Zukunft, diese Hoffnung ist nicht totzukriegen, das das wundert mich selbst manchmal. Heute morgen habe ich noch darüber nachgedacht, dass es schon wieder nichts geworden ist und plötzlich fiel mir auf, daß ich einen Song aus dem Radio mitgesungen habe. Während ich eigentlich traurige Gedanken dachte. Bin ich vielleicht schon so abgestumpft, was das angeht? Vielleicht ist es mir auch einfach nur in Fleisch und Blut übergegangen, als wäre die latente Traurigkeit ein Teil von mir, den ich mittlerweile als Teil meines Lebens akzeptiert habe.

Donnerstag, 6. Dezember 2012

Tiefpunkt

Heute ist der Tiefpunkt erreicht. Ich heule, was das Zeug hält und aus allen Poren. Vielleicht, weil ich zu Hause bin und sich meine Psyche sagt, ich kann mich gehenlassen, vielleicht weil die rote Pest schon wieder da ist (in 10 Jahren freu ich mir wahrscheinlich darüber ein Loch in den Bauch) oder vielleicht weil ich hier umgeben bin von Familien und, so sehr ich mit P. auch verbunden bin, eine Familie sind wir nun mal nicht ohne Kind. Ich fühle mich allein und defekt. Und kann es auch niemandem begreiflich machen, wie es sich anfühlt. 3 Jahre ohne Kind. Der nächste Zyklus bedeutet die nächste Hoffnung und vielleicht das nächste Tief. Die gut gemeinten Tipps kann ich auch schon nicht mehr hören. "Viele Frauen haben eine Fehlgeburt, bevor es klappt". Sicherlich. Trotzdem ist es ein Unterschied, ob man sich zu einem Abbruch entscheiden muß oder eine Fehlgeburt hat. Beides ist schlimm, sicherlich, aber fühlt sich sicher ganz anders an, auch wenn das Resultat dasselbe ist. "Streßt Euch doch nicht so". Dazu sage ich nichts. "Es gibt Schlimmeres". Auch das ist vermutlich wahr, aber aus meiner Perspektive war diesess Jahr das schlimmste, was ich je hatte. Und um meine Perspektive gehts nun mal beim eigenen Denken und Fühlen. "Es hat doch schon mal geklappt". Ja. Nach 2 1/2 Jahren Herumprobierens. Umso ungerechter fühlt es sich an, dass gerade wir es verloren haben. Und umso angsterfüllter bin ich, dass es vielleicht wieder so lange dauern wird, bis es wieder klappt. "Mit IVF könnt Ihr doch die Dinge, die nicht funktionieren, umgehen". Schön wärs. Wenn wir eine Diagnose hätten vielleicht. Gegen Einnistungsstörungen hilft wohl nur die Frequenz des Versuchens und nicht die Methode an sich.
Ich habe beruflich mit psychisch kranken Menschen zu tun und weiß, dass diese Gedanken zu einseitig negativ sind. Das weiß ich alles. Aber es fühlt sich nun mal so an.

Sonntag, 4. November 2012

Entschieden.

Wir kommen gerade vom Familien- WE zurück... bin traurig. Habe am Freitag negativ getestet und seit gestern abend ist Tante Rosa zu Besuch. Hat wohl wieder nicht geklappt. Mir fehlt jede Energie, am liebsten würde ich mich ins Bett verkrümeln und nur noch schlafen. Die Zeit mit meiner Familie war schön und eine gute Ablenkung, gleichzeitig habe ich gemerkt, dass ich momentan nur ein Thema kenne, mich gedanklich nur mit dieser Kinderwunschgeschichte auseinandersetze, überlege und grübele, warum es einmal geklappt hat und nun zweimal nicht. Was ich noch tun kann, um die Chancen zu verbessern. Warum das gerade uns passiert. Auf nichts anderes kann ich mich konzentrieren. Ich habe das Gefühl, mich immer mehr als andere anstrengen zu müssen. Oder auch Entscheidungen zu treffen, die mit mehr Anstrengung verbunden sind, immer mit dem unbewußten Gedanken dahinter, dass da oben jemand sitzt, der all die Mühen registriert und mich irgendwann dafür belohnt. Ist aber nicht der Fall. Ich bin dankbar für das, was ich habe, das bin ich wirklich. Wir haben uns und das ist das Wichtigste. Unserem Ziel sind wir aber trotzdem jetzt wieder nicht näher gerückt. Ich habe keine Energie mehr, um arbeiten zu gehen, all das kommt mir so wahnsinnig sinnlos vor. In Fr. Reichel-Fentz hatte ich auch so große Hoffnungen gesetzt, da es nach ihrem Rat direkt geklappt hatte. Aber wahrscheinlich war das nur ein Zufallstreffer. Die Jahre zwischen 30 und 40 sollten eigentlich spannende und freudige Jahre sein. Was für eine Zeitverschwendung.