Dienstag, 30. Juli 2013

Warum ist das eigentlich so?

Ich erwähnte bei Gelegenheit ja schon des öfteren meine malade schwangere Freundin. Vorab muß ich erwähnen, daß es in den letzten Jahren sehr sehr viele schwangere Frauen in unserem Freundeskreis gab, wobei man allerdings sagen muß, daß meine engsten Freunde vorwiegend Männer sind und Männer einfach nicht so wahnsinnig mitgehen beim schwanger sein. Mit ihnen war es nicht krampfig und mit meiner besten Freundin auch nicht. Aber mit der Freundin, mit der ich nun seit 3 Jahren eine wirklich ermüdende Auf- und Abfahrt der Gefühle geteilt habe, die auch Warteschleifen und IVFs hinter sich hat und (unschwanger) verstehen konnte, wie schwierig es manchmal ist, ist nahezu komplett untergetaucht, seitdem sie schwanger ist. Kein Kontakt, den nicht ich herstellen muß. Kein Gespräch, was ich nicht durch mehrfaches Nachfragen in Gang halten muß. Und in den Kontakten kein wirklicher Austausch sondern ein Wechsel von kurzen Sätzen. Als ob mich ihr Leben nun nichts mehr angehen würde. Schon vorab habe ich ihr immer wieder gesagt, wenn sie schwanger werden sollte und ich nicht, daß ich mir wünschen würde, daß wir weiterhin unverkrampft Kontakt haben können. Daß sie nicht das Gefühl haben muß, sie könne mit mir nicht über ihre Schwangerschaft reden. Daß sie nicht denken soll, ich interessiere mich nur für das "nicht schwanger sein" und nicht auch für das "schwanger sein". Und nun ists doch krampfig geworden. Und alle Versuche meinerseits, die Lage wieder zu entkrampfen, schlagen fehl. Zuerst habe ich es für falsche Rücksichtnahme gehalten. Mittlerweile bin ich mir da gar nicht mehr so sicher, zumal ich wirklich tausendmal klargestellt habe daß sie keine Rücksicht nehmen muß, daß ich nicht in Trauer versunken bin oder Mißgunst, daß ich mir nicht ihr Kind wünsche sondern eines mit P. und daß ich gar nicht so hoffnungslos bin, daß auch wir mal eine Familie sein werden. Und irgendwann habe ich gedacht, vielleicht ist es gar keine Rücksichtnahme sondern einfach tatsächlich so, daß sie aktuell nur um sich selbst kreist und nichts anderes als ihre eigene Befindlichkeit wichtig ist. Aber daß gerade sie sich so verhält, obwohl wir doch vorher so wahnsinnig viel über genau das und wie sehr uns das nervt geredet haben, tut dann doch weh.
Wieso ist das eigentlich so? Auch wenn schwanger sein und Kinder haben schön und wichtig und zeitintensiv ist und überhaupt, und auch wenn wir alle den Schwangeren und Müttern das von Herzen gönnen: warum bleibt kein Blick übrig für andere Dinge, die vielleicht auch noch relevant sein könnten? Wieso ist keine Zeit und kein Sinn mehr dafür da, mal von sich aus anzurufen und sich einfach auch mal zu erkundigen, wie der Stand der Dinge ist und wie es um das Leben anderer bestellt ist? Ist das egoistisch oder zuviel verlangt, sobald jemand schwanger oder Mutter ist??

Kommentare:

  1. Oh man, du sprichst mir so aus der Seele, dass es fast wehtut - ich habe genau den gleichen fall. und beantworten kann ich deine frage leider nicht.

    übrigens, schön, dass du wieder da bist!

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  2. Hi Emma!

    Ich kenne dies auch von meinen alten Klassenkammeradinen. Was mich sehr traurig gemacht hat. Vorher waren wir alle sehr redseelig... haben über alles sprechen können. Doch dann wurde die Erste schwanger und zack ging die Freundschaft etwas unter... dann folgte die Zweite und die Freundschaft brach auseinander. Tja mittlerweile hat die Erste schon ihr zweites Kind bekommen ohne uns überhaupt vorher zu sagen, dass das Kind unterwegs war. :-( Ich hätte mich gefreud etwas davon zu wissen... ich hätte mich für sie mitgefreud. Freundin Nr. 2 hat noch nicht mal auf meine Mail's oder SMS'en reagiert als ich ihr zur Geburt des Kinders gratuliert habe.
    Aber ich kann auch berichten, dass es anders laufen kann. :-) 2009 lerne ich durch ein Forum eine Frau kenne die in der selben KIWU war wie wir. Wir telefonierten viel und tauschten uns aus. Seitdem gehen wir einen gemeinsamen Weg... selbst als sie schwanger wurde und ich kurz davor unser Sternchen verloren habe. Sie hat mich/uns an der Schwangerschaft teil haben lassen wenn ich/wir es wollten. Sie hat mir nie ungefragt Bilder geschickt... hat meistens gefragt ob ich/wir etwas vom Kind hören wollten.... und genauso hat sie offen und ehrlich gefragt wie es mir nach den FG'en ging... wie es bei uns weitergehen soll usw. Tja und seit letzten Jahr haben wir so ein Patenkind bekommen. :-)

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  3. Es kommt darauf an. Wenn man, wie ich, schon beruflich ziemlich unter Streß steht und dann auch noch schwanger wird, ist schon alleine die Koordination der ganzen Termine eine Herausforderung. Vor der Arbeit geht nicht, weil man nie weiß, wielange es beim Arzt dauert. Mittagspause reicht gerade mal zum Essen. Nach der Arbeit hat der Arzt auch fast schon wieder zu und die wenigen Termine in der Stunde dazwischen sind seit Wochen vergeben. Auch einige körperliche Probleme kamen hinzu. Für mich persönlich war die Schwangerschaft keine Wellness-Oase, wie gerne in den Medien vorgeführt, sondern einfach nur anstrengend.
    Und wie anstrengend Kinder sind, glaubt man einfach nicht, wenn man es nicht kennt. Das geht fast jedem so. (Empfehle da einen der letzen Posts von Muc zu lesen, da bekommt man eine Ahnung.) Da ist einfach manchmal wirklich überhaupt keine Zeit mehr, der Tag bräuchte eher noch mehr Stunden.
    Daß Du natürlich auch bereits laufende Gespräche immer im Gang halten mußt, kann man damit nicht erklären. Das hört sich für mich eher nach Rücksichtnahme an. Ihr seid beide auf so unterschiedlichen Seiten der Medaille, wie es nur geht. Auch wenn Du tausendmal versicherst, daß es ok ist, ich würde mich trotzdem unbehaglich und rücksichtslos fühlen an ihrer Stelle. Manche Leute gehen damit vielleicht unbefangen und fröhlich um, wie die Freundin der Vorkommentatorin. Aber ich glaube, mit einem so besonderen Einfühlungsvermögen sind die wenigsten gesegnet.

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  4. Klar ist eine Schwangerschaft (und Mutter sein) zeitraubend und unglaublich anstrengend, das würde ich nie in Frage stellen. Aber die Dame, um die es geht, hat keinen stressigen Job sondern arbeitet 20 Stunden die Woche. Und es geht mir auch nicht um die Frequenz der Kontakte sondern die Art der Kontaktgestaltung. Das bekommen alle anderen, die schwanger waren und Mutter sind in meinem Umfeld leider besser hin, auch wenn wir nur alle paar Monate telefonieren. Auf die Idee, daß sich eine Schwangere mir gegenüber als "rücksichtslos" empfindet nur aufgrund der Tatsache, daß sie schwanger ist und ich nicht, käme ich gar nicht. Wenn sie sich aufgrund ihrer desinteressierten Haltung rücksichtslos fühlt kann sie es ändern.
    So seh ich das.

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    1. Siehst Du, so unterschiedlich sind Menschen halt gestrickt. Ich fühl mich selbst sogar schon ein bißchen unwohl, hier "raushängen" zu lassen, daß ich mal schwanger war. Wollte aber mal kurz eine andere Sicht der Dinge zeigen :)
      Zum Thema Termine hast Du völlig recht. Gegen ICSI-Terminstreß ist das vermutlich nichts.

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  5. Und zum Thema Termine: ich habe noch nie in meinem Leben so oft in Steinschnittlage gelegen wie während meiner KiWu- Zeit. Davon können alle anderen Abkürzungsdamen sicherlich auch ein Lied singen...

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    1. ohja! letztes Jahr meinte die Narkosedame aus der KIWU schon zu mir "Sie sind aber oft hier!" "Jeders Quatal!" Oder die Dame vom Tresen kann mich schon mit Namen ansprechen.
      Tja und dazu kommen noch die normalen FA-Termine... dann muss man mal zum Zahnarzt... zum Hausarzt der sonst wohin. Denoch bekommt man alles irgendwie unter einen Hut. Ich schaffe es egal wie stressig es ist regelmäßig Mails zu verschicken... über Whats App zu schreiben... oder mal kurz an zu rufen.
      Auch die Mama vom Patenkind meldet sich regelmäßig... fast täglich und wenn es eben nur ne kurze Nachricht ist in der dann steht "Wie geht es dir/euch?" "Gibt es etwas neues?" oder so.

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