Samstag, 4. Mai 2013

Wishin' and Hopin'

Noch habe ich ßHCG im Körper, vielleicht ist der totale Absturz daher noch nicht eingetreten. Vielleicht bin ich mittlerweile auch "abgehärtet", auch wenn das -eigentlich- ganz furchtbar wäre. Vielleicht bin ich resigniert und merke es nicht mal? Vielleicht sind die Ereignisse drumherum momentan auch ganz gut zur Ablenkung. Vielleicht ist es aber auch einfach so, daß ich mich nach der Zukunft sehne und daher keinen Blick auf die Gegenwart habe. Die Zukunft, in der dieses ganze Hin und Her, diese ganze Herumprobiererei und Warterei endlich ein Ende hat. Trotz des ganzen Haufens Streß, Komplikationen, Kummer und Mühe bin ich in den Tiefen meiner Seele davon überzeugt, eines Tages Kinder zu haben. Ihr merkt, sie spricht von KinDERN. Bekommt sie nie genug? 
Es gibt Phasen, da zweifle ich wieder daran, ob es jemals so sein wird, spätestens, wenn das nächste Negativ kommt wird es sicherlich wieder soweit sein, daß ich kaum daran glauben kann, daß diese ganze Plackerei irgendwann ein Ende haben wird. Aber dann vergehen ein Tag oder zwei, und schon ist diese Hoffnung wieder da, die sich manchmal sogar wie eine Gewißheit anfühlt. Von 4 IVFs war ich immerhin zweimal schwanger. Das sind doch gar keine so schlechten Voraussetzungen (die Jahre ohne Erfolg, die IUIs und Kryos lasse ich mal außen vor...). Nachdem nun einige Tage vergangen sind, glaube ich auch gar nicht mehr so recht an die Blasenmole. Sollte der Wert nach der Ausschabung rasch wieder bei Null sein, ist die Diagnose ohnehin vermutlich unwahrscheinlich. 
Was mir am meisten zu schaffen macht, ist die Ungeduld: wann können wir wieder starten? Wann werden wir wieder einen positiven Test in den Händen halten dürfen? Oder auch: wann kommt wohl der Anruf der Adoptionsstelle? Diese immerwährende Warteschleife geht mir auf den Nerv. Was mir aktuell erstaunlicherweise gar nicht auf den Nerv geht, ist die Schwangerschaft der besagten Freundin. Ich dachte, es würde mich traurig machen oder zumindest mit Bedauern erfüllen, daß ich bei ihr nun beobachten kann, was gewesen wäre, wenn. Tut es aber nicht. Ob in China ein Sack Reis umfällt oder 10 Leute um mich herum schwanger sind, fühlt sich momentan ähnlich wurstig an. Das 
Einzige, was mich diesbezüglich nervt ist, daß sie nichtmal angerufen hat. Ist schon heftig, wie wenig das direkte Umfeld mit dem Thema Fehlgeburt etwas anfangen kann. Ich habe dann immer dieses
Bild vor Augen, daß alle Freunde am Tisch sitzen und, adrett gekleidet, mit ihren Kinderchen zusammen Tee schlürfen, und P. und ich kommen total abgerissen und über und über mit Matsch verdreckt dazu, setzen uns an den Tisch, und der einzige Kommentar, der kommt ist "oh, indeed". Und schon wird weitergeschlürft.
Irgendwann werden die Ereignisse wieder mehr in den Hintergrund gedrängt sein und dann ist es auch wieder in Ordnung. Irgendwann. 

1 Kommentar:

  1. Ich glaube, beim Thema Fehlgeburt weiß das Umfeld nie, wie es richtig damit umgehen soll.

    Ich drücke euch die Daumen, dass diese nervige Warteschleife endlich ein Ende hat und es weitergehen kann!

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