Ich erwähnte bei Gelegenheit ja schon des öfteren meine malade schwangere Freundin. Vorab muß ich erwähnen, daß es in den letzten Jahren sehr sehr viele schwangere Frauen in unserem Freundeskreis gab, wobei man allerdings sagen muß, daß meine engsten Freunde vorwiegend Männer sind und Männer einfach nicht so wahnsinnig mitgehen beim schwanger sein. Mit ihnen war es nicht krampfig und mit meiner besten Freundin auch nicht. Aber mit der Freundin, mit der ich nun seit 3 Jahren eine wirklich ermüdende Auf- und Abfahrt der Gefühle geteilt habe, die auch Warteschleifen und IVFs hinter sich hat und (unschwanger) verstehen konnte, wie schwierig es manchmal ist, ist nahezu komplett untergetaucht, seitdem sie schwanger ist. Kein Kontakt, den nicht ich herstellen muß. Kein Gespräch, was ich nicht durch mehrfaches Nachfragen in Gang halten muß. Und in den Kontakten kein wirklicher Austausch sondern ein Wechsel von kurzen Sätzen. Als ob mich ihr Leben nun nichts mehr angehen würde. Schon vorab habe ich ihr immer wieder gesagt, wenn sie schwanger werden sollte und ich nicht, daß ich mir wünschen würde, daß wir weiterhin unverkrampft Kontakt haben können. Daß sie nicht das Gefühl haben muß, sie könne mit mir nicht über ihre Schwangerschaft reden. Daß sie nicht denken soll, ich interessiere mich nur für das "nicht schwanger sein" und nicht auch für das "schwanger sein". Und nun ists doch krampfig geworden. Und alle Versuche meinerseits, die Lage wieder zu entkrampfen, schlagen fehl. Zuerst habe ich es für falsche Rücksichtnahme gehalten. Mittlerweile bin ich mir da gar nicht mehr so sicher, zumal ich wirklich tausendmal klargestellt habe daß sie keine Rücksicht nehmen muß, daß ich nicht in Trauer versunken bin oder Mißgunst, daß ich mir nicht ihr Kind wünsche sondern eines mit P. und daß ich gar nicht so hoffnungslos bin, daß auch wir mal eine Familie sein werden. Und irgendwann habe ich gedacht, vielleicht ist es gar keine Rücksichtnahme sondern einfach tatsächlich so, daß sie aktuell nur um sich selbst kreist und nichts anderes als ihre eigene Befindlichkeit wichtig ist. Aber daß gerade sie sich so verhält, obwohl wir doch vorher so wahnsinnig viel über genau das und wie sehr uns das nervt geredet haben, tut dann doch weh.
Wieso ist das eigentlich so? Auch wenn schwanger sein und Kinder haben schön und wichtig und zeitintensiv ist und überhaupt, und auch wenn wir alle den Schwangeren und Müttern das von Herzen gönnen: warum bleibt kein Blick übrig für andere Dinge, die vielleicht auch noch relevant sein könnten? Wieso ist keine Zeit und kein Sinn mehr dafür da, mal von sich aus anzurufen und sich einfach auch mal zu erkundigen, wie der Stand der Dinge ist und wie es um das Leben anderer bestellt ist? Ist das egoistisch oder zuviel verlangt, sobald jemand schwanger oder Mutter ist??
Dienstag, 30. Juli 2013
Freitag, 26. Juli 2013
Wenn man es so betrachtet....
Wenn man es so betrachtet: entgegen der geschätzten Meinung der Frauenklinik hatte ich keinen mit Myomen durchsetzten Uterus. Ich hatte -so vermute ich zumindest- auch keine Blasenmole. Vielleicht bin ich dann auch nicht "iatrogen infertil"? Vielleicht brauche ich einfach ein bißchen länger als andere Mädels? Obwohl ich 2 Schwangerschaften in 12 Monaten einen ganz ordentlichen Schnitt finde.
Gibt nix was es nicht gibt.
Also, mein liebes Mädelchen da unten in den tiefsten Tiefen meines Bauches: mach's Dir gemütlich. Für Getränke sorge ich dann.
Gibt nix was es nicht gibt.
Also, mein liebes Mädelchen da unten in den tiefsten Tiefen meines Bauches: mach's Dir gemütlich. Für Getränke sorge ich dann.
Donnerstag, 25. Juli 2013
Treffer und versenkt.
Aus einer hübschen reifen Eizelle und einer unreifen ist ein wunderhübscher vierzelliger Embryo geworden, der nun bebrütet wird. Der Wunsch ist hier sicherlich Vater des Gedankens, aber beim Blick in den Monitor und der begeisterten Labordame im Ohr hatte ich auch das Gefühl, daß dieser Embryo, jawohl dieser Embryo ganz besonders schön aussieht. Er hat weder Dellen noch Pünktchen noch sonst ebbes sondern strahlte an allen vier Enden. So und genauso soll es sein.
Gut. Ganz tief in meiner Anti- Esoteriker- Grabbelkiste ist mir bewußt, daß die Eizellen bei einer ICSI -vermutlich- anders aussehen als bei einer IVF, immerhin werden die ja entsprechend aufbereitet. Aber ich möchte mich an dieses formschöne, hübsche Bild erinnern und dem kleinen Häuflein alles Liebe wünschen. Du bist herzlich willkommen. Mach es Dir bequem. Und wenn Du andockst habe ich das Gefühl, daß Du ein Mädchen wirst. Und solltest Du andocken und ein Junge werden, dann liest Du vielleicht irgendwann mal diese Zeilen und wirst denken:"Die Mama mal wieder. Völlig gaga." Ich werde Dich trotzdem nicht hauen. Ich schwör.
Gut. Ganz tief in meiner Anti- Esoteriker- Grabbelkiste ist mir bewußt, daß die Eizellen bei einer ICSI -vermutlich- anders aussehen als bei einer IVF, immerhin werden die ja entsprechend aufbereitet. Aber ich möchte mich an dieses formschöne, hübsche Bild erinnern und dem kleinen Häuflein alles Liebe wünschen. Du bist herzlich willkommen. Mach es Dir bequem. Und wenn Du andockst habe ich das Gefühl, daß Du ein Mädchen wirst. Und solltest Du andocken und ein Junge werden, dann liest Du vielleicht irgendwann mal diese Zeilen und wirst denken:"Die Mama mal wieder. Völlig gaga." Ich werde Dich trotzdem nicht hauen. Ich schwör.
Montag, 22. Juli 2013
1 bis 1 1/2
Der Dormicumflug war wieder einmal ein absolutes Highlight, die Ausbeute dann leider nicht so. Von den 4 1/2 Follikeln, die man im Ultraschall sehen konnte waren 2 leer. Aber AAABER es konnte eine schöne Eizelle gewonnen werden und eine etwas kleinere. Jetzt heißt es abwarten, ob sich beide schön befruchten lassen. Morgen wissen wir mehr.
Sonntag, 21. Juli 2013
Sommer, Sonne, Hoffnungsschimmern.
Lange, lange hab ich mich nicht mehr hingesetzt, um zu schreiben (obwohl ich dies auch nicht im Stehen getan habe und im Liegen schon gar nicht (hahahihihoho). Erst gestern bin ich auf der Suche nach Nagellack über meinen knallroten gestolpert, den ich als eine Art Trotzreaktion gegen das Universum, das Schicksal und den ganzen Rest im letzten Sommer getragen hatte, als es mir und uns gerade ganz besonders mies ging. Da wäre ein bißchen Psychotherapie vielleicht verhätnismäßiger gewesen als so ein furznormaler Nagellack? Mag sein. Aber meine Stimmung hat er gehoben für eine Weile. Und immer, wenn ich auf meine knallroten Zehen geblickt habe hatte ich das Gefühl, ich zeige dem Schicksal den Mittelfinger. Die Waffen eine Frau eben. Die einen fahren mit dem Panzer vor, die anderen tragen Nagellack auf. So sieht's aus. Metaphorisch betrachtet.
Wievel passiert ist seit diesem Nagellack ist unglaublich. Wir sind anerkannte Adoptivbewerber, haben eine weitere Schwangerschaft hinter uns und insgesamt 4 IUIs, 4 IVFs und 2 Kryos. Wir haben einen von hoffentlich vielen Anrufen unserer Adoptionsdame erhalten. Und von allem anderen, was nichts mit dem Kinderwunsch zu tun hat, ganz zu schweigen. Die Fehlgeburt im April hab ich ganz gut verpackt, es hat sich dann doch anders angefühlt, Ende der 7.SSW einen kleinen Punkt mit Herzschlag zu verlieren als ein winziges Baby mit Gesicht und strampelnden Armen und Beinen um die 12. SSW. Und daß ich durch die Lernerei abgelenkt war hat sein Übriges getan.
Im Garten wird gerade Kindergeburtstag gefeiert, was mich an einen Spruch einer Freundin erinnert: "Kinder sind wie Irland. Wenn es mal nicht regnet, ist es wahnsinnig schön."
Unten wird gebrüllt, geheult und mit riesigen Plastikteilen gespielt. Wer das größte Plastikteil sein Eigen nennen darf ist der Coolste, wer mit Sachen spielt, die nicht ihm gehören, wird angeplärrt. Das Geburtstagskind trug bereits im Babyalter einen Strampler mit der Aufschrift "mein Papa ist Arzt und fährt Porsche". Leider stimmt beides. Wundert einen da noch irgendwas? Ganz ehrlich und ohne "will auch Kinder haben"- Zynismus: solche Blagen muß ich nicht haben.
Während ich hier so vor mich hin schreibe fällt mir auf, daß wesentlich mehr Nicht-Kind-Bezogenes in der Zwischenzeit passiert ist als Kind-Bezogenes. Kurz zusammengefaßt haben wir es uns wirklich gut gehen lassen. Der Urlaub war wahnsinnig schön, und im Sommer ist sowieso immer so viel zu tun! Gerade stecke ich schon mitten im nächsten Zyklus. Dieses Mal ist ja eine ICSI geplant, wegen der Blasenmole beim letzten Mal. Stimuliert habe ich wieder mit Gonal F und morgen ist Punktion!
Beim Ultraschall waren 4 schöne Follikelchen auf der linken Seite zu sehen plus ein kleinerer, die rechte Seite pennt. Mit der Ausbeute bin ich hoch zufrieden, immerhin ist es doppelt soviel wie beim letzten Mal und schon oft hat sich ja nun gezeigt, daß die Menge nicht entscheidend ist.
Ich werde Euch berichten!!
Montag, 3. Juni 2013
Prüfung und Anruf
Prüfung bestanden!!! Jodeldidoo!!! Mann, was hab ich mir vorher für einen Kopp gemacht und im Endeffekt war alles halb so wild. Einer der Prüfer hat mir sogar einen Job angeboten... :0) Was sagt man dazu? Ich bin jetzt so platt, daß ich sofort 10 Stunden schlafen könnte. Machen wir aber nicht, jetzt wird gefeiert!!
Einen kleinen Dämpfer gibt es dann allerdings auch zu berichten: vor einer Woche kam DER Anruf von der Diakonie, sie hätten da eine Frau, die erst im 7. Monat gemerkt hätte, daß sie schwanger sei, hätte ab und an allerdings auch Alkohol getrunken, ob wir uns das trotzdem vorstellen könnten. Na klar! Nun gut, heute wurden dann der Dame 3 Paare zur Auswahl vorgelegt (Fotos und Steckbrief usw) und sie hat sich für eins entschieden. Und das sind leider nicht wir :0(
Frau R. meinte allerdings auch, daß die Mutter hochambivalent gewesen sei, ob sie das Kind überhaupt abgeben möchte. Sie hätte ihm schon einen Namen gegeben und spreche mit ihrem Bauch usw. Nu ja. Wäre ja besser für das Kind, wenn sie es behalten würde und eine Beziehung aufbaut. Trotzdem sind wir natürlich geknickt, zumal das, was sich die Mutter für ihr Kind gewünscht hat genau zu uns gepasst hat. Und überhaupt wäre das nach so kurzer Zeit und nach allem, was gewesen ist, natürlich fantastisch gewesen. Das hätte sowas Schicksalhaftes gehabt.
Aber et is wie et is und somit fahren wir wie geplant am Donnerstag in Urlaub!
Donnerstag, 23. Mai 2013
Frust abzugeben, gern im Tausch
Grmpf. Das Wetter schlägt mir so langsam aufs Gemüt. Das ohnehin schon matschig ist von dem ganzen Unbill, der hinter uns liegt. Mögt Ihr auch so gern Wörter, die uralt und doch so schön sind? Unbill, darob, hanebüchen. Das ist ja mein absoluter Favorit. Hanebüchen. Klingt einfach toll. Hanebüchen ist übrigens, daß mir weiterhin keiner eine genaue Auskunft erteilen kann, ob es nun eine Blasenmole war oder nicht (ßHCG war am Mittwoch bei 5, also von wegen langsamer Abfall, das ist völlig normal!). Meine laienhafte Meinung dazu mittlerweile: schiebt Euch doch diese blöde Geschichte sonstwohin. Trotzdem will meine KiWu-Tant nun eine ICSI statt IVF. Obwohl P. und ich nix, aber auch gar nix haben, weder verklebte Eierstöcke (v.a. P. so ganz und gar nicht) noch fehlende Eisprünge noch ein schlechtes Spermiogramm. Ist doch völlig irre, mit Kanonen rumzuballern, wenn man nicht mal den Feind richtig sieht!
Hanebüchen ist auch, daß ich mich trotz Psychostress entschieden habe, diese blöde Prüfung, die noch ansteht, zu machen. Es fällt mir wahnsinnig schwer, mich zu konzentrieren, und den ganzen Schmus zu behalten fällt mir noch schwerer. Aber zum einen lenkt es ab und zum anderen kann ich den Puff, in dem ich jetzt arbeite, dann endlich mit einem guten Gefühl hinter mir lassen. Richtig richtig peinlich wäre es natürlich, die Prüfung nicht zu bestehen. Das bekommt mein Chef sicherlich mit und das wäre richtig richtig fürchterlich. Mag ich gar nicht dran denken.
Da ich es gerade so schlecht aushalte im Job habe ich mich vorsorglich schon mal woanders (aber in der Nähe) beworben. Und prompt ein Vorstellungsgespräch bekommen. Eigentlich macht es wenig Sinn, da P. sich ja bereits bewirbt und wir aus dem Pupskaff ja weg wollen, in dem wir momentan wohnen. Andererseits ist diese Warterei, bis sich etwas ergibt, unerträglich für mich und wird zunehmend unerträglicher. Und da ich ja nun nicht mehr schwanger bin kann mich auch keiner in der Probezeit rauskicken ohne triftigen Grund.
Na mal sehen. Momentan bin ich wirklich am Ende dessen, was ich emotional leisten kann. Am liebsten wäre mir ein Job, in dem ich in Ruhe vor mich hin brasseln kann. Kleines Team, nette Atmosphäre, überschaubare Arbeitszeiten. Zeit für einen Tee zwischendurch. Nicht ein Tag, der durchgetaktet ist, in dem ich weder Zeit habe, was zu essen noch was zu trinken, in dem ich von vornherein weiß, daß ich Überstunden machen muß, um alles, was mit Dokumentation zu tun hat, zu erledigen, weil zwischen den Terminen einfach keine Zeit dafür da ist, in dem ich in meinem Zimmer hocke und einen Kunden nach dem nächsten abarbeite, ohne Kontakt zu den Kollegen. Weil auch die in ihren Zimmerchen hocken und den Tag durchhecheln.
Geht einfach nicht. Nicht mehr.
Hanebüchen ist auch, daß ich mich trotz Psychostress entschieden habe, diese blöde Prüfung, die noch ansteht, zu machen. Es fällt mir wahnsinnig schwer, mich zu konzentrieren, und den ganzen Schmus zu behalten fällt mir noch schwerer. Aber zum einen lenkt es ab und zum anderen kann ich den Puff, in dem ich jetzt arbeite, dann endlich mit einem guten Gefühl hinter mir lassen. Richtig richtig peinlich wäre es natürlich, die Prüfung nicht zu bestehen. Das bekommt mein Chef sicherlich mit und das wäre richtig richtig fürchterlich. Mag ich gar nicht dran denken.
Da ich es gerade so schlecht aushalte im Job habe ich mich vorsorglich schon mal woanders (aber in der Nähe) beworben. Und prompt ein Vorstellungsgespräch bekommen. Eigentlich macht es wenig Sinn, da P. sich ja bereits bewirbt und wir aus dem Pupskaff ja weg wollen, in dem wir momentan wohnen. Andererseits ist diese Warterei, bis sich etwas ergibt, unerträglich für mich und wird zunehmend unerträglicher. Und da ich ja nun nicht mehr schwanger bin kann mich auch keiner in der Probezeit rauskicken ohne triftigen Grund.
Na mal sehen. Momentan bin ich wirklich am Ende dessen, was ich emotional leisten kann. Am liebsten wäre mir ein Job, in dem ich in Ruhe vor mich hin brasseln kann. Kleines Team, nette Atmosphäre, überschaubare Arbeitszeiten. Zeit für einen Tee zwischendurch. Nicht ein Tag, der durchgetaktet ist, in dem ich weder Zeit habe, was zu essen noch was zu trinken, in dem ich von vornherein weiß, daß ich Überstunden machen muß, um alles, was mit Dokumentation zu tun hat, zu erledigen, weil zwischen den Terminen einfach keine Zeit dafür da ist, in dem ich in meinem Zimmer hocke und einen Kunden nach dem nächsten abarbeite, ohne Kontakt zu den Kollegen. Weil auch die in ihren Zimmerchen hocken und den Tag durchhecheln.
Geht einfach nicht. Nicht mehr.
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