Grmpf. Das Wetter schlägt mir so langsam aufs Gemüt. Das ohnehin schon matschig ist von dem ganzen Unbill, der hinter uns liegt. Mögt Ihr auch so gern Wörter, die uralt und doch so schön sind? Unbill, darob, hanebüchen. Das ist ja mein absoluter Favorit. Hanebüchen. Klingt einfach toll. Hanebüchen ist übrigens, daß mir weiterhin keiner eine genaue Auskunft erteilen kann, ob es nun eine Blasenmole war oder nicht (ßHCG war am Mittwoch bei 5, also von wegen langsamer Abfall, das ist völlig normal!). Meine laienhafte Meinung dazu mittlerweile: schiebt Euch doch diese blöde Geschichte sonstwohin. Trotzdem will meine KiWu-Tant nun eine ICSI statt IVF. Obwohl P. und ich nix, aber auch gar nix haben, weder verklebte Eierstöcke (v.a. P. so ganz und gar nicht) noch fehlende Eisprünge noch ein schlechtes Spermiogramm. Ist doch völlig irre, mit Kanonen rumzuballern, wenn man nicht mal den Feind richtig sieht!
Hanebüchen ist auch, daß ich mich trotz Psychostress entschieden habe, diese blöde Prüfung, die noch ansteht, zu machen. Es fällt mir wahnsinnig schwer, mich zu konzentrieren, und den ganzen Schmus zu behalten fällt mir noch schwerer. Aber zum einen lenkt es ab und zum anderen kann ich den Puff, in dem ich jetzt arbeite, dann endlich mit einem guten Gefühl hinter mir lassen. Richtig richtig peinlich wäre es natürlich, die Prüfung nicht zu bestehen. Das bekommt mein Chef sicherlich mit und das wäre richtig richtig fürchterlich. Mag ich gar nicht dran denken.
Da ich es gerade so schlecht aushalte im Job habe ich mich vorsorglich schon mal woanders (aber in der Nähe) beworben. Und prompt ein Vorstellungsgespräch bekommen. Eigentlich macht es wenig Sinn, da P. sich ja bereits bewirbt und wir aus dem Pupskaff ja weg wollen, in dem wir momentan wohnen. Andererseits ist diese Warterei, bis sich etwas ergibt, unerträglich für mich und wird zunehmend unerträglicher. Und da ich ja nun nicht mehr schwanger bin kann mich auch keiner in der Probezeit rauskicken ohne triftigen Grund.
Na mal sehen. Momentan bin ich wirklich am Ende dessen, was ich emotional leisten kann. Am liebsten wäre mir ein Job, in dem ich in Ruhe vor mich hin brasseln kann. Kleines Team, nette Atmosphäre, überschaubare Arbeitszeiten. Zeit für einen Tee zwischendurch. Nicht ein Tag, der durchgetaktet ist, in dem ich weder Zeit habe, was zu essen noch was zu trinken, in dem ich von vornherein weiß, daß ich Überstunden machen muß, um alles, was mit Dokumentation zu tun hat, zu erledigen, weil zwischen den Terminen einfach keine Zeit dafür da ist, in dem ich in meinem Zimmer hocke und einen Kunden nach dem nächsten abarbeite, ohne Kontakt zu den Kollegen. Weil auch die in ihren Zimmerchen hocken und den Tag durchhecheln.
Geht einfach nicht. Nicht mehr.