Samstag, 15. Dezember 2012

Bertchen- Krise

Ja ja ja, es klingt sehr nach "nicht gönnen können" oder gelb-welligem Neid aber das muß jetzt einfach raus: ES NERVT!!!!
Es nervt mich, wenn ich am Telefon über Minuten der Hechelatmung eines Säuglings lauschen soll, es nervt mich, wenn ich mit früher normal- intelligenten bodenständigen und sich nun anscheinend einer Gehirnwäsche unterziehenden Menschen telefoniere, die nicht mehr in der Lage zu sein scheinen, mit einer Stimme in normaler Stimmhöhe und Schnelligkeit und mit einem für einen Erwachsenen adäquaten Inhalt zu sprechen sondern stattdessen nur noch ins Telefon flöten und säuseln und sich nicht eine Minute auf das Gespräch konzentrieren können, weil dann doch wieder etwas rasend Entzückendes passiert. Was ebenso nervig ist: Mails und Kurznachrichten, die früher lässig hin und her geschickt wurden, wo jeder ohnehin wußte, von wem sie stammt werden nun unterschrieben mit "liebe Grüße von Bert und Berta mit Bertchen". Namen als Platzhalter und nicht aus dem echten Leben. Ist das nicht endnervig? Ich gönne Bertchen wirklich jedem einzelnen von Herzen aber jetzt muß es einfach raus: all ihr frisch gebackenen Eltern da draußen, reißt Euch mal ein bisschen zusammmen, verdammt!!!

Freitag, 14. Dezember 2012

Aua

Aua, das tut weh: heute kam die Rechnung für die letzte Kryo. Da der Versuch ja nicht in die Hose ging und die Embryönchen überlebt haben ohne schockgefrostet zu werden, müssen wir das Einfrieren, die Lagerung und das Auftauen zahlen und das sind auf einen Rutsch wieder etwa 1000 Euro. Glmp!
Wenn man bedenkt, dass man dieses Geld auch einfach in den Gulli stecken könnte tut das schon richtig weh. Aber was tut man nicht alles. Am Dienstag habe ich ein Telefondate gehabt mit meiner KiWu-Gyn, die meinte, wir könnten die Einnistung im Wesentlichen auch nicht beeinflussen. Was wir jetzt versuchen ist, die Schleimhaut neben Kügelchen, Teechen und viel gutem Willen durch zusätzliches Estradot aufzupimpen. Auch wenn es eigentlich nicht nötig wäre, da sich die Schleimhaut ja immer auch von selbst recht gut aufbaut. Samstag muß ich auslösen und am Donnerstag ist dann Transfer! Zeitgleich mit einer anderen "unschwanger und übrig geblieben"en Freundin. Dann können wir etwa an Sylvester testen. Und hoffentlich hat es dann bei uns beiden geklappt.
Ab heute habe ich frei. Urlaub!!! Tschacka!!!

Samstag, 8. Dezember 2012

Schritt. Für. Schritt

"Man muß mit etwa 4 IVFs rechnen". Das sage ich mir nun immer und immer wieder. Das ist realistisch. Und es hilft. Alles wird gut. Der Schnee ist wunderschön. Die Sonne scheint. Der Frosch klettert wieder eine Stufe rauf auf der Leiter. Kurze Sätze. Kurze Gedanken. Und keinen Schritt weiterdenken. Little babysteps. One. By. One.

Donnerstag, 6. Dezember 2012

Tiefpunkt

Heute ist der Tiefpunkt erreicht. Ich heule, was das Zeug hält und aus allen Poren. Vielleicht, weil ich zu Hause bin und sich meine Psyche sagt, ich kann mich gehenlassen, vielleicht weil die rote Pest schon wieder da ist (in 10 Jahren freu ich mir wahrscheinlich darüber ein Loch in den Bauch) oder vielleicht weil ich hier umgeben bin von Familien und, so sehr ich mit P. auch verbunden bin, eine Familie sind wir nun mal nicht ohne Kind. Ich fühle mich allein und defekt. Und kann es auch niemandem begreiflich machen, wie es sich anfühlt. 3 Jahre ohne Kind. Der nächste Zyklus bedeutet die nächste Hoffnung und vielleicht das nächste Tief. Die gut gemeinten Tipps kann ich auch schon nicht mehr hören. "Viele Frauen haben eine Fehlgeburt, bevor es klappt". Sicherlich. Trotzdem ist es ein Unterschied, ob man sich zu einem Abbruch entscheiden muß oder eine Fehlgeburt hat. Beides ist schlimm, sicherlich, aber fühlt sich sicher ganz anders an, auch wenn das Resultat dasselbe ist. "Streßt Euch doch nicht so". Dazu sage ich nichts. "Es gibt Schlimmeres". Auch das ist vermutlich wahr, aber aus meiner Perspektive war diesess Jahr das schlimmste, was ich je hatte. Und um meine Perspektive gehts nun mal beim eigenen Denken und Fühlen. "Es hat doch schon mal geklappt". Ja. Nach 2 1/2 Jahren Herumprobierens. Umso ungerechter fühlt es sich an, dass gerade wir es verloren haben. Und umso angsterfüllter bin ich, dass es vielleicht wieder so lange dauern wird, bis es wieder klappt. "Mit IVF könnt Ihr doch die Dinge, die nicht funktionieren, umgehen". Schön wärs. Wenn wir eine Diagnose hätten vielleicht. Gegen Einnistungsstörungen hilft wohl nur die Frequenz des Versuchens und nicht die Methode an sich.
Ich habe beruflich mit psychisch kranken Menschen zu tun und weiß, dass diese Gedanken zu einseitig negativ sind. Das weiß ich alles. Aber es fühlt sich nun mal so an.

Mittwoch, 5. Dezember 2012

Mufflon

Bin so mufflig und grantelig, dass ich gar nicht weiß, wie ich mein Treffen heute abend mit einer alten Freundin ansatzweise freundlich hinter mich bringen soll. Das Gespräch mit einem anderen Freund gestern abend hat mir in meiner Laune noch den Rest gegeben. *flöt* "jetzt saaaag doch mal was zur Tante E, haaaaallllo Tante E, haaalllooo jetzt saaag doch mal was" Der Kleine ist noch nicht einmal 6 Monate alt, verdammt, was soll er denn da am Telefon sagen, bitteschön? Ich konnte nur den Hörer vom Ohr halten, warten, bis man wieder normal mit mir spricht und mich fremdschämen. Warum werden Eltern so bekloppt, wenn sie Kinder haben??

Dienstag, 4. Dezember 2012

Urlaub in Sicht

Nur noch 5 Tage arbeiten nächste Woche und dann habe ich erst einmal eine lange lange Zeit frei. Den ganzen Januar habe ich mir frei genommen, um für eine Prüfung zu lernen und ein wenig durchzuatmen, bevor ich ab Februar an meiner neuen alten Stelle weitermache. Morgen fahre ich zu einer Fortbildung bis Sonntag, was auch recht entspannt sein wird, da sie in der Nähe meiner Eltern stattfindet. Somit werde ich dort übernachten und die Zeit um die Fortbildung herum nutzen, um bei meiner Familie zu sein. Meine Nichte ist 7 und die einzige, die zu mir sagen darf: "Du bist ja immer noch nicht schwanger". Ich weiß, wie sie es meint und dass sie aus der Sorge heraus fragt, ich könnte traurig sein. Das wäre ihr ganz furchtbar arg und (u.a.) dafür habe ich sie unheimlich wahnsinnig lieb. Um Ostern herum kommen sie uns mit meiner Schwester immer besuchen, in diesem Jahr mußten wir es verschieben, weil ich liegen mußte wegen des blöden Hämatoms. Sie hat mir damals einen sehr süßen Brief geschrieben (sie konnte damals gerade so erst schreiben), in dem drin stand, dass es so schade ist, dass sie nicht kommen können, aber wohl besser, damit ich auf mich aufpassen kann, damit das Baby nicht rausfällt. Ist das nicht supersüß? Ist es. Insofern darf sie mir ruhig Löcher in den Bauch fragen und ich werde versuchen, ihr möglichst wahrheitsgemäß zu antworten. Ansonsten gibt es nicht viel Neues, außer dass ich wahnsinnig angepisst bin von dem ganzen Hype um Kate und William. Meine Güte, soll sie doch schwanger sein. Und sich mit Kotzbrech ins Krankenhaus legen wenn ihr danach ist. Und bei mir? Och, nix so. Tag 1 halt. Roter Rotz.

Sonntag, 2. Dezember 2012

Buon natale, may all your wishes come true

Bin wieder in der Doppel-Seufz-Phase angelangt. Ich hatte mir vorgenommen, heute zu testen. Hab ich. Blütenweiß in der Hoffnungszone. Nicht mal ein winziges bisschen rosarot. Meine Stimmung ist im Keller, mein letztes bisschen Humor liegt entwaffnet am Boden und schwenkt noch müde eine kleine weiße Fahne. Jetzt höre ich Weihnachtsmusik, die ich seit Jahren zum Weihnachtsbaum schmücken höre und die mir sonst ein fröhliches Herz beschert und Vorfreude auf alles, was die Weihnachtszeit so mit sich bringt. Heute hört sich die Musik traurig an. .... to face unafraid the plans that we `ve made...Skol, Barbra.