Montag, 29. April 2013

Nicht einfach heißt schwierig.

Der ßHCG- Wert von Freitag ist 1305, demnach viel zu hoch für 14 Tage nach Ausschabung. Irgendwie wundert's mich auch nicht, nachdem noch ein ordentlicher Knödel im Uterus sitzt. Was mich verunsichert ist nun das Risiko der Entzündung, eine Antibiotikaprophylaxe habe ich bisher nämlich nicht erhalten. Und ich frage mich, ob es überhaupt wahrscheinlich ist, daß der verdammte Rest von allein schrumpft oder abgeht, wenn es wirklich eine Blasenmole war. Darüber hinaus ist es mir ein Rätsel, wie es unter kontrollierten Bedingungen zu einer Blasenmole nach IVF kommen kann, immerhin wurde ja die dritte Eizelle genau aus dem Grund der Doppelbefruchtung verworfen. Mich quälen Fragen über Fragen, die noch nicht beantwortet wurden, erst morgen ist mein nächster Termin beim Gyn. Das Wochenende war dementsprechend grauenhaft, P. und ich haben wie betäubt versucht, die Zeit totzuschlagen. Aus dem Ärger heraus, daß auch diese Ausschabung in die Hose ging und schon wieder ein Rest übriggelassen wurde haben wir ein Schreiben an den Klinikchef und den Chef des OP- Zentrums aufgesetzt. Höflich und sachlich. Darin habe ich all die Dinge beschrieben, die beim ersten Mal schon schiefgegangen sind (nachzulesen im Blog) und die ich beim ersten Mal noch mit einer gewissen Gelassenheit hingenommen habe (gut - zumindest nachdem die erste Wut verraucht war aber das müssen die ja nicht wissen). Und daß wir aufgrund der nun schon wieder fehlgeschlagenen AS einer voraussichtlich 4. OP dieser Art (ich halte es einfach nicht für realistisch, daß ich da drumherum komme ) mit sehr viel Sorge entgegenblicken und darum bitten, daß besonderes Augenmerk auf Behandlung und Nachsorge gelegt werden möge.
Alles ganz sachlich. Aber hoffentlich mit deutlicher Aussage. Mit ein Grund, warum wir diese "Rückmeldung" verfasst haben, war das Gefühl, etwas tun zu können und nicht schon wieder hilflos den Dingen ausgeliefert zu sein, die passieren. So. Jetzt bin ich gespannt, ob da eine Reaktion kommt.
Und nach gefühlt 10 Stunden google bin ich per Zufall auf einen Spruch von H. Hesse gestoßen:

Auf einfache Wege schickt man nur die Schwachen. 

Diesen Satz schicke ich jetzt mal in den Äther zu allen Abkürzungsdamen da draußen, die ähnlich beschissene Erfahrungen machen mußten.

Kommentare:

  1. Hi Emma!

    Wir haben damals der 1.KIWU auch einen netten und sachlichen Brief geschrieben... ebenfalls haben wir eine Kopie des Briefes mit einem eigenen "Anlagenbrief" an die Ärztekammer geschickt. Wo wir uns etwas Luft über die Umgangesweiße und Behandlung gemacht haben. Für uns war dieser Schritt notwendig um uns zum einen Luft zu machen... und zum anderen sollten die Ärzte mal ans umdenken denken. Nach ein paar Wochen kam dann ein Brief von der Ärztekammer in dem sich er Ärzt zu Wort gemeldet hatte und sich keiner Schuld bewusst war.... Es ging wieder um Ermessenspielräume und dass es keine Richtlinien gibt was an Diagnostik vor einer Behandlung gemacht werden sollte. Tja und auch als wir gegen den Doc der 2 von meinen 4 HSK's gemacht hat(und dabei ein gut sichtbares Septum nicht entfernt hat und uns sagte ich sei völlig saniert) vorgehen wollten hieß es auch gleich wieder das es diesen Ermessenspielraum gibt. Immerhin konnten wir in der KIWU bewirken, dass sie jetzt doch teils schon vor einer Behandlung mal in die Gebärmutter schauen.

    Ich bin ganz ehrlich gespannt ob ihr eine Rückmeldung von dem Klinikchef bekommt und vorallem wie er sich zu Wort meldet.

    Den Spruch von H.Hesse gefällt mir. Sowas ähnlich sagen unsere Freunde auch immer wieder zu uns.

    Viele liebe Grüsse

    Melle

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  2. Hallo Emma,

    ich kann mich nur wiederholen, wie leid mir das ganze für Euch tut, immer noch eins oben drauf...
    Es ist immer wieder zermürbend, was wir Abkürzungsdamen alles mitmachen müssen um unser Ziel vielleicht doch irgendwann einmal zu erreichen. Der Spruch von H. Hesse ist wirklich sehr treffend, den werde ich mir behalten.

    Ich finde es ist eine gute Entscheidung diesen Brief zu schreiben. Wenn wir alle immer brav den Mund halten und alles einfach so hinnehmen, dann wird sich vermutlich auch nichts an der Art und Weise wie wir teilweise behandelt werden ändern.
    Ich bin gespannt ob Ihr eine Rückmeldung auf Euren Brief erhalten werdet.

    Nach meiner ELSS ist 3 Wochen nach Entfernung der HCG-Wert wieder gestiegen und es wurde festgestellt, dass nicht alles entfernt wurde (obwohl der Embryo laut dem operierenden Arzt ja so toll zu erkennen gewesen sei und sie definitv alles erwischt und den geplatzen Eileiter sehr schön genäht haben, so dass er seine Funktion sicher wieder aufnehmen würde).
    Da ich auf eine MTX Behandlung (wegen der Wartezeit) unbedingt verzichten wollte, wurde mir in einer erneuten OP dieser einzig funktionierende Eileiter komplett entfernt. Der Arzt sagte damals er wäre in den 3 Wochen schon schön verheilt und ich frage mich bis heute oft, ob der Eileiter vielleicht noch da sein könnte, wenn der Arzt beim 1. Mal einfach sauberer gearbeitet hätte? Aber diese Frage wird wohl wie viele andere ewig unbeantwortet bleiben...

    Liebe Grüße,
    Tenni

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  3. Liebe Emma,

    ich finde den Brief richtig und wichtig. Ob du eine befriedigende Antwort bekommst ist natürlich die Frage. Aber selbst wenn du "offiziell" nichts bewirkst, rührst du vielleicht "inoffiziell" etwas. Meine Schwägerin ist Krankenschwester und erzählte mal, dass solche Dinge dort im Team besprochen werden.

    Der Spruch von Hermann Hesse ist wirklich sehr schön und etwas woran ich glaube.

    LG, Emma

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  4. Liebe Emma,
    es ist furchtbar, was Du alles erleiden musst!
    Aber ich finde es sehr gut, dass Ihr diesen Brief geschrieben habt. Damit bist Du aktiv geworden und das ist gut!
    Ich wünsche Euch, dass der Brief eine ordentliche Wirkung dort hat!
    Alles Liebe, Lene

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