Dienstag, 30. April 2013

Erstaunlich, erstaunlich

Gerade hat einer der Oberärzte aus der Gyn angerufen in seiner Funktion als Leiter der operativen Abteilung. Alldieweil saß ich schniefend vor der Huldigungszeremonie von Wilhelm Alexander. Bin gerade sehr SEHR nah am Wasser gebaut. Nun gut, auf jeden Fall verlief das Gespräch ganz sachlich, er hat sich für den konstruktiven Brief bedankt und Verständnis gezeigt, daß wir vor dem nun 4. Eingriff, sollte er denn stattfinden, Sorge haben, nachdem er zweimal mißlungen war. Er hat gemeint, sie würden bei einer "jungen" Patientin mit Kinderwunsch eben nicht heftig im Uterus herumkratzen, sondern vielmehr sehr vorsichtig sein, darum könne es schon mal passieren, daß an schwer zu erreichenden Stellen Gewebe übrig bleibe. Warum ich das in meinem Umkreis bisher noch nie erlebt habe und schon gar nicht zweimal sei mal dahingestellt. Mir war wichtig, daß die Klinik weiß, daß wir nicht alles hinnehmen und darauf Wert legen, daß beim nächsten Mal besser hingeschaut wird, und das wird wohl der Fall sein, da beim nächsten Mal ein erfahrener Oberarzt den Eingriff machen wird unter hysteroskopischer Kontrolle und keiner der Assistenten. Der Name der Dame, die den Eingriff gemacht hatte, wurde mir im Übrigen auch genannt, ganz erstaunlich. Dabei hatte ich extra nochmals erwähnt, daß ich keinen namentlich beschuldigen wolle.
Aber sie haben sich gemeldet. Find ich fair.

Kommentare:

  1. Mein lieber Schatz,

    Wenn ich unseren Weg in eine Metapher fassen müsste, dann sehe ich uns auf einem langen beschwerlichen Weg auf der Suche nach zuhause.
    Losgezogen sind wir vor Jahren mit vielen Freunden. Mit der Zeit wurden wir immer weniger, weil alle nach und nach ihr Zuhause erreichten. Auch unsere letzten Begleiter haben zuletzt ihren Weg gefunden und wir gehen alleine weiter. Inzwischen wird es kalt und dunkel, wir frieren, haben Hunger, der Weg wird steiler, steiniger und kostet immer mehr Kraft. Immer dann, wenn wir in der Ferne das Ziel zu erkennen glauben, verschwindet es nach kurzer Zeit vor unsere Augen.
    In unserer Verzweiflung haben wir schon mehrfach die Hilfe von „Ortskundigen“ erbeten. Sie lassen sich stattlich dafür bezahlen, dass Sie uns einen Weg weisen, der vielleicht in die richtige Richtung gehen könnte. Sie begleiten und ein Stück und verschwinden in dem Moment, wenn der Weg am schwierigsten wird.
    Immer wieder kehren wir zum Ausgangspunkt zurück. Die Ortskundigen geben sich immer wieder verdutzt über die Hindernisse und Gefahren, die sich auf ihren ach so heimatlichen Wegen befinden.

    Du trägst das meiste Gepäck - einen Rucksack voller Wackersteine, der mit jedem Kilometer schwerer wiegt. Ich gehe nebenher und trage mein Säckchen mit den Kieseln. Ich sehe, wie schwer Du an dieser Last trägst und kann sie Dir doch nicht abnehmen.
    Wenn Du Dich überhaupt beklagst, dann nur über diese Kleinigkeiten – etwa weil Dein Bauch durch das Cortison nicht mehr ganz so flach ist wie zu Beginn der Reise oder weil die Hormone ein paar Hautunreinheiten verursachen. Das kommt mir so vor, als würde jemand ein Bein verlieren und darüber jammern, dass ihn jetzt auch noch eine Mücke ins linke Ohr gestochen hat.
    Es gibt Zeiten, da legt sich ein Schatten über Deine so charakteristische Lebensfreude, Deine Begeisterungsfähigkeit und Deine Gabe, auf jedem Misthaufen noch eine Blume zu entdecken. Es schnürt mir die Kehle zu, wenn ich Dich so erlebe… von allen Torturen ist es das Schlimmste, Dich leiden zu sehen.
    Aber Du würdest Dich niemals hängen lassen. Wenn wir straucheln, überlegst Du Dir bereits im Fallen, wie wir wieder aufstehen und weiter gehen. Es gibt keinen Tag, an dem Du nicht auch lachen kannst - über die Absurditäten dessen, was wir hier erleben, über die Besonderheiten Deines Körpers oder über die ganzen Dilettanten in Weiß, die daran herumpfuschen.

    Du lehnst Dich auf gegen all die Widrigkeiten auf unserem Weg und hast noch immer den Blick auf die schönen Aussichten. Genau das ist der Grund, weshalb ich mit niemandem auf der Welt tauschen möchte: es ist mein persönliches Glück, mit Dir diesen Weg zu gehen und gemeinsam mit Dir alles durchzustehen.
    Bei all Deinen Zweifeln und Deiner Selbstkritik: für mich bist Du der stärkste, der ausdauerndste, der beherzteste und … der schönste Mensch der Welt.
    … wir sind schon wieder unterwegs und wieder ein Stückchen weiter.


    Dein P.

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  2. Heul ...........

    Man... puh ... Tränen wegwisch

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  3. Welch eine Gabe solche Worte zu finden, welch ein Glück so einen Mann zu haben, welch ein Glück, dass ihr euch habt!!
    Ich wünsche euch alles Gute und das ihr glücklich Zuhause ankommt!

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  4. Oh: ♥ - mehr fällt mir nicht ein.
    Solch ein Glück, dass ihr euch habt!

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  5. Fühle mit dir auf dieser schier endlosen Reise mit unbekanntem Ziel. Habe 6 Fehlgeburten, keine Erklärung und bin grad mit dem 7. schwanger und es sieht mal wieder nicht gut aus. Ich denke, langsam den Blick der Ärzte deuten zu können. Sie sagen: Dann lassen Sie es doch bitte endlich! Dazu das Unverständis des Umfeldes. Freunde, die meinen, orientiere dich doch neu. Ein Leben ohne Kind ist doch auch schön. Nein ist es nicht. Es tut jedenfalls gut zu spüren, dass man nicht allein ist und es irgendwo doch auch noch andere arme Menschen gibt, die Ähnliches erleben müssen.

    Ich hoffe, es wird gut. Ich glaube daran - nach wie vor. So lange einer an etwas glaubt, muss es auch einen Weg geben - sei er auch noch so schwer.
    Ich wünsche dir alles Gute!

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